Klimakonferenz Paris: Heißer Wind fürs Klima

Die jüngsten Entwicklungen im Vorfeld der 21. UN-Klimakonferenz, die ab kommender Woche in Paris stattfindet, geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Klimakonferenz Paris: Heißer Wind fürs Klima

Historische Momente: Die beiden größten CO2-Produzenten der Welt - USA und China - haben sich auf eine Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien geeinigt. Und Chinas Präsident Xi Jinping nannte erstmals einen Zeitplan.

Zur Feier eines historischen Tages gab es Rotwein. US-Präsident Barack Obama und Chinas Staatschef Xi Jinping stoßen am 12. November 2015 mit einem feinen Tropfen an - auf die gemeinsame Erklärung zum Klimawandel: Obama kündigt an, bis zum Jahr 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2005 zu reduzieren. Und China - größter Verursacher von Treibhausgasen - will bis zum Jahr 2030 den Anteil erneuerbarer Energien auf etwa 20 Prozent steigern und danach den Treibhausgasausstoß senken.

Ein historischer Moment: Es ist das erste Mal, dass die Regierung in Peking einen Zeitrahmen für Klimaschutzmaßnahmen festsetzt. China und die USA, die beiden größten CO2-Emittenten der Welt, kündigen zudem eine Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien an. Gute Nachrichten? Greenpeace-Klimasprecher Adam Pawloff sieht diese Entwicklungen als positive Vorzeichen für den kommenden UN-Klimagipfel. Der beginnt am 30. November in Paris "unter maximalen Sicherheitsvorkehrungen“, wie der französische Innenminister betont. "Das Bewusstsein bezüglich der Dringlichkeit des Klimaproblems ist bei Politikern weltweit gewachsen“, ist der Klimaexperte überzeugt: "US-Präsident Obama möchte am Ende seiner Amtszeit ein positives Vermächtnis hinterlassen.“

In Paris wird sich herausstellen, ob auch andere Industrieländer ihrer Verantwortung nachkommen. Viele Entwicklungsländer machen die Einhaltung von Finanzierungszusagen zur Bedingung für eigene Klimaschutzzusagen. Kleine Inselstaaten wie die Marshallinseln befürchten, dass das Reduktionsziel bis 2050 zu wenig ist. Sie sind von den Folgen des Klimawandels und dem Anstieg des Meeresspiegels besonders betroffen.

Rückblick: Klimakonferenz-Bilanz

Rio de Janeiro, 1992.
1992 fand in Südamerika ein großer Erdgipfel statt, in dessen Zentrum der Klimawandel stand. Die Industrienationen gründeten die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und verpflichteten sich zur Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen.

Kyoto, 1997.
Die Stadt ist ins kollektive Gedächtnis übergegangen: Mit dem Kyoto-Protokoll wurden erstmals Zielwerte für den Emissionsausstoß festgeschrieben. 191 Staaten haben ratifiziert, aber nicht die USA.

Kopenhagen, 2009.
Als größter Flop ging der Klimagipfel von Kopenhagen 2009 in die Geschichte der Klimadiplomatie ein: Ein rechtlich verbindliches Abkommen für Klimaschutz scheiterte am Widerstand der größten Klimasünder, darunter die EU und die USA.

Doha, 2012.
Auf der Klimakonferenz in Doha 2012 wurde zwar eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls verabschiedet, aber nur wenige Industrieländer akzeptierten die damit einhergehenden Verpflichtungen.

Lima, 2014.
Die Verhandlungen in Peru dienten der Vorbereitung eines neuen internationalen Klimaschutzabkommens, das bei der 21. UN-Klimakonferenz in Paris verabschiedet werden soll.

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