EU-Parlament räumt mit Plastiksackerl auf

EU-Parlament räumt mit Plastiksackerl auf

Das EU-Parlament will in den nächsten Jahren die Plastik- und Kunststoffabfälle in der EU drastisch verringern. In etwa fünf Jahren solle es bei den ganz leichten Plastiksackerl, die am häufigsten genutzt werden, 80 Prozent weniger geben, hieß es in einer Entschließung des Parlaments am Mittwoch in Straßburg.

Diese Abstimmung ist allerdings nicht endgültig. Das Parlament muss erst noch mit den EU-Regierungen verhandeln. Die Gespräche sollten nach den Europawahlen beginnen, möglicherweise noch in diesem Jahr. 2010 wurden 95,5 Milliarden Plastiksackerl in der EU ausgegeben.

Kunststoff ist Hauptverursacher der Weltmeere

Kunststoff gilt oft als praktisch - erzeugt aber auch riesige Probleme. Plastik macht zum Beispiel einen Großteil des Mülls aus, der die Weltmeere verschmutzt. Pro Jahr gelangen nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rund zehn Millionen Tonnen Müll in die Ozeane. Umweltexperten fordern zudem, weniger Plastiksackerl zu verbrauchen. Jeder Einwohner der Europäischen Union nutzt im Schnitt 198 Plastiksackerl pro Jahr.

Irländer verwenden die wenigsten Sackerl

Am wenigsten werden in Irland verbraucht: Dort sind es im Schnitt 20 Stück, darunter 18 Einwegsackerl, Österreich ist mit 51 bzw. 45 Sackerln ebenfalls am unteren Ende der Verbrauchrangliste . In Dänemark und Finnland nutzen die Menschen 79 beziehungsweise 77 Sackerl - darunter sind jeweils vier Einwegtaschen. Für Portugal werden mehr als 500 Sackerl insgesamt angegeben. Mittlerweile gibt es Kunststoffsackerl, die biologisch abbaubar sind. Aber auch sie sind bei Umweltschützern umstritten.

Plastik verrottet erst nach 450 Jahren

Wegen seiner Langlebigkeit - Experten gehen von bis zu 450 Jahren aus - ist Plastik eine Gefahr für die Umwelt. Wegen riesiger Müllteppiche im Meer sterben jährlich Hunderttausende Vögel und Meeressäuger. Sie verheddern sich oder fressen Plastik. Winzige Teile könnten über die Nahrungskette in den menschlichen Körper gelangen, warnen Experten.

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