70 Jahre D-Day: Am 6. Juni 1944 landeten die Alliierten in der Normandie

Vorbereitungen zur Alliierten Invasion: 1. Juni 1944

Alliierte Invasion an der Normandie, 6. Juni 1944

Am Freitag, den 6. Juni jährt sich zum 70. Mal der "D-Day": Die Landung der Alliierten in der Normandie. Mit dem Einmarsch wurde im Jahr 1944 das Ende des Zweiten Weltkriegs eingeleitet und die Niederlage Nazi-Deutschlands besiegelt. Zum Gedenken an die "Operation Overlord", die größte militärische Landungsoperation der Geschichte, finden zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt. Auch der Frieden in der Ukraine ist dabei ein Thema.

Zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg erwartet Frankreich am kommenden Freitag eine ganze Reihe von Staats- und Regierungschefs in der Normandie. Queen Elisabeth II, US-Präsident Barack Obama - fast alle werden der Einladung zu den D-Day-Feierlichkeiten folgen. Als Vertreterin Deutschlands wird Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen. Die Anwesenheit eines hochrangigen deutschen Vertreters war über Jahrzehnte tabu, Gerhard Schröder wurde 2004 beim 60. Jahrestag als erster Deutscher Regierungschef eingeladen.

Ein Gast bereitet 2014 allerdings Kopfzerbrechen: Mitten in der Ukraine-Krise hat auch Russlands Präsident Wladimir Putin sein Erscheinen angekündigt. Zu Gesprächen wird es allerdings kaum kommen. Die veranstaltenden Franzosen weisen darauf hin, dass im Chateau de Benouville, wo Staatschef Francois Hollande die wichtigsten Gäste zum Lunch empfängt, auch kaum Platz dafür sei.

Ukraine-Friedensplan

Der neu gewählte ukrainische Staatschef Petro Poroschenko will allerdings die Feierlichkeiten nutzen, um einen Friedensplan für sein Land vorstellen. Poroschenko will den Plan während des Festakts zum D-Day auf Regierungsebene mit der Europäischen Union erörtern und dann bei seinem offiziellen Amtsantritt am Samstag öffentlich machen. Der Friedensplan soll "Recht und Ordnung herstellen" und sieht außerdem eine dezentralisierte Machtverteilung, eine Amnestieregelung und die Vorbereitung von Kommunalwahlen vor. Poroschenko schloss außerdem ein Treffen mit Putin nicht aus.

Omaha Beach, Normandie

Die zentrale internationale Feier ist am Nachmittag des 6. Juni am Strand von Ouistreham vorgesehen, wo am D-Day auch ein kleines Kontingent französischer Soldaten mit den Alliierten landete. Neben unzähligen Gedenken und Feiern mit Veteranen aller beteiligten Nationen gibt es während der ganzen Woche um den D-Day auch viele publikumswirksame Veranstaltungen. Fallschirmspringer landen in Teilen der Normandie, Amphibienfahrzeuge und historische Panzer rollen über Strände, auf dem Wasser werden Bootsparaden organisiert. In der D-Day-Nacht werden synchronisierte Feuerwerke am gesamten Küstenabschnitt auf 80 Kilometer die 24 wichtigsten Punkte der Landung illuminieren.

Operation Overlord

Unter dem Druck Stalins, eine zweite Front gegen Hitler-Deutschland zu errichten, hatten die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lange nach einem Schlüssel zur "Festung Europa" gesucht. Auf einer Konferenz in Teheran im Dezember 1943 wurde die Landung in der Normandie beschlossen, im Februar 1944 General Dwight D. Eisenhower (der spätere US-Präsident) zum Oberbefehlshaber der Invasionsarmee ernannt.

Gedenken zum 70. Jahrestag der D-Day Invasion

Die "Operation Overlord", die größte Landungsoperation der Weltgeschichte, begann kurz nach Mitternacht. Fallschirmjäger dreier alliierter Luftlandedivisionen sprangen am D-Day hinter den deutschen Linien ab, fast 7.000 Schiffe der Briten und Amerikaner näherten sich der französischen Küste, die gewaltigste Armada aller Zeiten. Im Morgengrauen begannen Schiffsgeschütze und Bomber die deutschen Stellungen gleichsam umzupflügen. Die alliierte Luftwaffe flog an diesem Tag weit über 10.000 Einsätze, sie beherrschte den Luftraum und machte deutsche Truppenverschiebungen praktisch unmöglich.

An den fünf Landungsabschnitten "Utah", "Omaha", "Gold", "Juno" und "Sword" landeten 133.000 Soldaten, um die Befestigungen des "Atlantikwalls" zu stürmen. Da das deutsche Oberkommando zwar von Invasionsplänen wusste, die Landung aber am nordfranzösischen Pas de Calais, der engsten Stelle des Ärmelkanals, erwartete, standen ihnen auf deutscher Seite in den umkämpften Küstenabschnitten zunächst nur 30.000 Soldaten gegenüber, die jedoch erbitterten Widerstand leisteten.


Grafik: Die Invasion der Alliierten in der Normandie

Tausende Todesopfer

Über die Verluste gibt es bis heute nur sehr ungenaue Angaben. Allein in den ersten 24 Stunden sollen nach neueren Untersuchungen mehr als 4.000 Amerikaner, Briten und Kanadier gefallen sein. Die meisten starben im Kugelhagel deutscher Maschinengewehre oder ertranken. In den Wochen danach ging das Sterben weiter. Auf den großen Soldatenfriedhöfen der Normandie liegen die Gräber von mehr als 110.000 Gefallenen. Auch mindestens 15.000 französische Zivilisten fanden den Tod.

Nach einem Monat schwerster Kämpfe konnten die Alliierten ihre Brückenköpfe schließlich erweitern, die deutschen Linien durchbrechen und die ersehnte zweite Front im Westen eröffnen. Von Eisenhowers kurzem Befehl "Okay, let's go" bis Ende Juni waren 850.000 Soldaten und 148.000 Fahrzeuge auf französischen Boden abgesetzt worden.

Zwei Wochen später schrieb der Befehlshaber der an der Kanalküste eingesetzten Heeresgruppe B, Generalfeldmarschall Erwin Rommel, an Hitler: "Der ungleiche Kampf neigt sich dem Ende entgegen. Ich muss Sie bitten, die Folgerungen aus dieser Lage zu ziehen." Rommel wurde von Hitler zum Selbstmord gezwungen. Der Krieg sollte nach der Landung der Alliierten in der Normandie noch elf Monate dauern.

Dokumentation: Die D-Day-Invasion

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