Hundstorfer erklärt dem Pfusch den Krieg:
Ab September wird der Auftraggeber haften

Im Kampf gegen die grassierende Schwarzarbeit fährt Sozialminister Rudolf Hundstorfer nun scharfe Geschosse auf: Ab 1. September soll Eine Auftraggeberhaftung soll Unternehmer dazu bringen, die volle Sozialversicherung zu zahlen.

Auftraggeber von Bauunternehmungen müssen sich künftig noch mehr in Acht nehmen. Denn Sozialminis­ter Rudolf Hundstorfer sagt nun dem Schwarzunternehmertum den Kampf an, und zwar mit einer Verordnung zur Auftraggeberhaftung, die am 1. September in Kraft tritt. Jeder Auftraggeber ist damit dafür verantwortlich, dass seine Sub­unternehmer für ihre Mitarbeiter ordnungsgemäß Sozialversicherung zahlen.

Für faireren Wettbewerb
Machen sie das nicht, muss der Auftraggeber mit bis zu 20 Prozent des Werklohns haften: Bei einer Rechnung für Installationsleistungen über eine Million Euro wären 200.000 Euro fällig, die man an das neu eingerichtete Dienstleis­tungs­zentrum der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) zu zahlen hat. Hundstorfers Ziel ist ein fairerer Wettbewerb im Baugewerbe: „Viele Subunternehmer haben ihre Arbeitnehmer nicht sozial­versichert, konnten daher billig anbieten und mit Dumpingpreisen ehrliche Firmen unterbieten und unter Druck setzen.“ Mit der Auftragnehmerhaftung werde diese Praxis unterbunden.

Weiße Liste der WGKK
Um den bürokratischen Aufwand für die Kasse und Unternehmer gering zu halten, wird das WGKK-Dienstleistungszentrum eine „weiße Lis­te“ erstellen. Darauf sind künftig alle Unternehmen zu finden, die zumindest drei Jahre lang im Bau tätig sind und keine Beitragsrückstände bei der Sozialversicherung haben. Damit kann der Auftraggeber davon ausgehen, dass das Subunternehmen legal beschäftigt. Auf diese Liste könnte künftig auch die Innsbrucker Baufirma Swietelsky einen Blick werfen, um „Missgeschicke“ wie das aktuelle zu vermeiden. Denn die „Tiroler Tageszeitung“ deckte auf, dass ein Subunternehmer ausgerechnet auf der Baustelle der Tiroler Wirtschaftskammer sieben Arbeiter illegal beschäftigte.

Von Martina Madner

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