Hitzige Debatte mit rauen Tönen in Eurogruppe gegen Varoufakis

Hitzige Debatte mit rauen Tönen in Eurogruppe gegen Varoufakis

"Amateur", "Zeitverschwender", "Spieler" ... Yanis Varoufakis zieht langsam aber sicher den Zorn auf sich.

Beim Treffen der Finanzminister in Riga sollen verbal die Fetzen geflogen sein. Den Finanzministerkollegen der Euro-Gruppe reißt die Geduld mit Yanis Varoufakis. Griechenlands Finanzminister soll wieder einmal nur doziert, aber keine konkreten Vorschläge zur Reformen geliefert haben. "Zeitverschwender" und "Amateur" waren noch die harmlosen Ausdrücke in Richtung Varoufakis.

Riga/Athen Deutlich hitziger als in den offiziellen Stellungnahmen nach der Eurogruppe gestaltete sich Freitag in Riga die Debatte mit dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis.

In EU-Ratskreisen hieß es, dass Varoufakis wegen des Dauerstreits mit dem Rest der Eurozone als "Glücksritter", "Zeitverschwender", "Zocker" oder "Amateur" sowie als "verantwortungslos" und "dilettantisch" kritisiert wurde. Es sei aber ziemlich handfest zur Sache gegangen.

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem erklärte nach der Sitzung, es habe zwar in jüngster Zeit positive Zeichen gegeben. Doch seien die Differenzen, die es noch immer zu überbrücken gelte. "Wir sind uns im Klaren, dass die Zeit davonläuft", so Dijsselbloem. Athen könne nur mit Geldern rechnen, wenn es eine vollständige Einigung geben wird.

"Es ist schwierig, über die Zukunft zu sprechen, wenn man sich nicht einmal über einen Viermonatszeitraum verständigen kann", so Dijsselbloem zu dem Ende Juni auslaufenden zweiten Hilfsprogramm und einer im Raum stehenden Diskussion über ein allfälliges drittes Rettungspaket.

Varoufakis hat nach der Sitzung mit seinen Kollegen so getan, als wären die Verhandlungen auf Schien. Er erklärte, dass man in den vergangenen Wochen vorangekommen sei. "Wir sind uns einig, dass eine Vereinbarung schwierig wird", räumte Varoufakis am Freitag nach jüngsten Gesprächen mit seinen Kollegen der Eurogruppe in Riga ein.

Eine Einigung werde aber kommen. "Es wird schnell passieren, weil das die einzige Option ist, die wir haben." Zugleich kritisierte der Minister einzelne Forderungen der internationalen Gläubiger, unter anderem die nach einem Gesetz zu Zwangsversteigerungen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist bereit, den griechischen Banken weiter unter die Arme zu greifen. Voraussetzung für anhaltende Nothilfen sei aber, dass die Institute solvent seien und Sicherheiten hinterlegen könnten, sagte EZB-Chef Draghi am Freitag nach einem Treffen der Euro-Finanzminister in Riga.

Insgesamt soll Griechenland mit dem zweiten Hilfsprogramm rund 7,2 Milliarden Euro erhalten. Im Mai sollten ursprünglich die ersten Zahlungen erfolgen.

Österreicher Schelling ist "genervt"

Die Nerven waren schon vor Beginn der Sitzung der Finanzminister der Währungsunion gespannt. Angesichts monatelangen Verhandelns ohne Ergebnis schien sich die Geduld der Eurogruppe zu erschöpfen. Österreichs Ressortchef Hans Jörg Schelling (ÖVP) hatte am Morgen erklärt, er sei "schon einigermaßen genervt mit der Sache". Es könne so nicht weitergehen, und es müsse dringend etwas passieren.

Trotz der ausbleibenden Einigung zeigte sich Varoufakis zumindest nach außen hin relativ ungerührt von der heißen Diskussion um seine Person. Er meinte lediglich, es habe intensive Gespräche gegeben, er sehe positive Fortschritte, und die Missverständnisse seien überbrückbar. Gleichzeitig hieß es, Varoufakis habe damit gedroht, dass die Kosten im Fall einer Nichteinigung nicht nur für Griechenland, sondern auch für die Eurozone riesig wären.

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