Heinz-Christian Strache – Weder Ball noch volle Wichs

Heinz-Christian Strache – Weder Ball noch volle Wichs

Burschenschafter HC Strache 2010 am Heldenplatz (Bild). Heuer schwänzt er, wie schon so oft in letzter Zeit.

Es ist nicht das erste Mal, dass dem FPÖ-Chef der Kalender in die Quere kommt. Beim traditionellen Heldengedenken der schlagenden Burschenschafter am Heldenplatz war Strache 2011 als Redner geladen und musste kurzerhand absagen. Ein spontanes Treffen mit „Vertretern von freiheitlich-patriotischen Kräften“ in Italien sei dazwischengekommen. Gerüchte, wonach er in der „Blauen Gans“ am Neusiedler See gesehen worden sein soll, dementierte er.

Nicht vorhersehbar war freilich auch Straches Absage zur Wahlkampfauftakt-Veranstaltung der FP-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz im April 2010 in St. Pölten. Ein „akuter Krankheitsfall in der Familie“ hinderte den Parteichef, seine mit dem Verbotsgesetz über Kreuz geratene Kandidatin zu beehren.

Beim Heldengedenken im Vorjahr wusste Strache hingegen schon im Vorfeld, dass er „sicher nicht“ daran teilnehmen werde. Davor war ihm am Korporiertenball der „Juden-Sager“ herausgerutscht. Ein Schelm, wer jetzt denkt, er distanziere sich von rechten Recken, ohne zu sehr anzuecken.

Martin Graf ist sicher dabei

Sehr wohl teilnehmen wird am "Akademikerball" indes Martin Graf, der Dritte Nationalratspräsident. Kritik äußerte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur APA wie im vergangenen Jahr an den Gegnern des Balls, die aus der "linken bis linksextremen Szene" stammen würden.

Im Vorjahr hatte der Ball noch den Namen "Ball des Wiener Korporationsringes" (kurz WKR) getragen. Aufgrund heftiger Proteste sah sich die Betreibergesellschaft der Hofburg veranlasst, die Veranstaltung nicht mehr zuzulassen. Stattdessen sprang die FPÖ Wien ein und richtet nun den "Akademikerball" aus.

Den Vorwurf, Rechtsextreme würden sich zudem in der Hofburg treffen, lässt der Dritte Nationalratspräsident nicht gelten. "Es ist letztlich der Ball der freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft und da darf man sich nicht wundern, dass sich dort freiheitlich gesinnte Menschen zu einem Ball treffen. Das ist so, als würde man sich wundern, dass am Kaffeesiederball Kaffeesieder sind."

Mobbing?

Die Proteste gegen den Ball bezeichnet Graf als politisches Mobbing mit Beteiligung eines "linksextremen Mobs", der gegen alles mobil mache, was andersdenkend ist. "

Ob "Mob" oder nicht, jedenfalls dürfte es am Freitag abends zu einigem Aufruhr kommen: Mehrere, politisch linke, Organisationen haben Kundgebungen und Aktionen gegen den Ball angekündigt. So wird es einen Marsch von der Mariahilfer Straße in Richtung Innenstadt geben, eine weitere Kundgebung führt vom Sigmund-Freud-Park zum Stephansplatz. Das Bündnis "Jetzt Zeichen setzen" will hingegen nicht laut demonstrieren, sondern plant eine Lesung sowie andere künstlerische Aktionen auf dem Heldenplatz.

Der Debatte um den Akademikerball hat der jüngste Beitrag eines FPÖ-Videos auf YouTube Zundus gegeben: Dort wird behauptet, SPÖ, ÖVP und Grüne würden sich ihre Veranstaltungen in Wien mit "Steuergeld" bezahlen lassen. Der Ball der FPÖ hingegen bringe Geld in die Stadt. Der vorjährige Ball habe gezeigt, dass die "anständigen" Bürger im Inneren gefeiert hätten, während draußen "randaliert" wurde.

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