Handwerkerbonus: Gerangel um Sanierungsförderung für Private

Handwerkerbonus: Gerangel um Sanierungsförderung für Private

Finanzminister Hans Jörg Schelling will den Handwerkerbonus, mit dem private Handwerkerleistungen gefördert werden, mit Jahresende auslaufen lassen. Die WKO kritisiert das Vorhaben. Sie sieht den Bonus als effiziente Maßnahme in Kampf gegen den Pfusch.

Der im Jahr 2014 eingeführte Handwerkerbonus soll mit Jahresende auslaufen. Aufgrund der aktuellen Konjunkturdaten geht Finanzminister Hans Jörg Schelling davon aus, dass es die an das Wirtschaftswachstum geknüpfte Förderung von Handwerkerleistungen ab dem Jahr 2018 nicht mehr geben wird.

Mit dem Handwerkerbonus, für den im Budget in den vergangenen vier Jahren jährlich 20 Millionen Euro bereitgestellt wurden, werden Handwerksleistungen für die Renovierung, Erhaltung oder Modernisierung von privatem Wohnraum gefördert, und zwar mit 20 Prozent der Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 600 Euro. Materialkosten werden dabei jedoch nicht gefördert

WKO: "Wichtige Maßnahme"

In der Wirtschaftskammer (WKO) stößt Schellings Ankündigung, dass es den Bonus im nächsten Jahr voraussichtlich nicht mehr geben werde, auf Unverständnis, zumal im Handwerk die Konjunkturzahlen der vergangenen Quartale noch nicht auf dem Niveau der Gesamtwirtschaft seien und der Bonus als ein Mittel zur Bekämpfung der Schwarzarbeit gesehen wird.

Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der WKO-Bundessparte Gewerbe und Handwerk, sieht den Bonus als wichtige konjunkturpolitische Maßnahme und ruft den Finanzminister dazu auf, die Aufhebung im Sinne der Handwerksbetriebe und der Konsumenten nochmals zu überdenken. Der Bonus habe zudem Signalwirkung, da Arbeiten, die sonst möglicherweise im Pfusch durchgeführt oder auf die lange Bank geschoben worden wären, zeitnah umgesetzt würden.

Diskussion im Budgetausschuss:

Im parlamentarischen Budgetausschuss wurde das Auslaufen des Bonus ebenfalls debattiert. Die Angeordneten Christoph Matznetter (SPÖ), Roman Haider (FPÖ) und Rainer Hable (Neos) forderten den Finanzminister dazu auf, nicht öffentliche Studien zur Evaluierung des Handwerkerbonus zur Verfügung zu stellen. Schelling will diese im Mai 2017 vorlegen.

Der ÖVP-Abgeordnete Andreas Zakostelsky sieht den Bonus auch als MIttel im Kampf gegen die Schwarzarbeit, die weiter bekämpft werden müsse.

Der oberösterreichische Landesrat Rudi Anschober regt daher im Falle des Auslaufens einen adäquaten Ersatz durch ein Anreizmodell für Sanierungen, bei dem die Umsatzsteuer auf nur ein Prozent reduziert werden könnte.

Schelling kontert Kritikern

Finanzminister Schelling, der selbst offen zugibt, kein Freund des Handwerkerbonus zu sein, weist die Kritiker jedoch darauf hin, dass die Fördermaßnahme per Gesetz an ein Wirtschaftswachstum unter 1,5 Prozent gekoppelt ist. "Ich würde allen Kritikern empfehlen, dass sie das Gesetz lesen", so Schelling. "Wenn das Wirtschaftswachstum über 1,5 Prozent ist, dann läuft er aus. Nichts anderes habe ich gesagt."


Service: Handwerkerbonus beantragen

Mit dem „Handwerkerbonus“ erhalten Privatpersonen eine Förderung von bis zu 600 Euro für die Renovierung, Erhaltung oder Modernisierung ihres Hauses oder ihrer Wohnung, wenn dabei Leistungen eines Handwerkers oder befugten Unternehmens in Anspruch genommen werden.

Pro Antragsteller und Jahr kann für ein Wohnobjekt (Haupt- oder Nebenwohnsitz) nun ein Förderungsantrag gestellt werden. Anträge können nur solange gefördert werden wie Budgetmittel vorhanden sind. Die Fördermittel für 2017 könnten im Juni aufgebraucht sein.

Die Förderung beträgt pro Wohnobjekt 20 Prozent der förderungsfähigen Gesamtkosten (=Arbeitsleistungen und Fahrtkosten, exklusive Umsatzsteuer), bis zu einem Maximalbetrag von 600 Euro.

Einreich- und Beratungsstellen sind Bausparkassen, Weitere Informationen zum Handwerkerbonus sowie das Antragsformular finden Sie auf dem Online-Portal "meinefoerderung.at"

Peter Pelinka

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