Griechische Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet

Griechische Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet

Das Bruttoinlandsprodukt von Griechenland sinkt im ersten Quartal um 0,5 Prozent. Der Konsum lässt nach, die Exporte sind schwach.

Athen. Griechenland steuert auf die nächste Rezession zu. Die Wirtschaft des Krisenstaates schrumpfte zwischen Jänner und März um 0,5 Prozent zum Vorquartal und damit stärker als zunächst angenommen, wie das Statistikamt Elstat am Montag mitteilte. Fachleute sprechen von einer Rezession, wenn das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge sinkt.

In sieben der vergangenen acht Jahre war die Wirtschaft des hoch verschuldeten Landes geschrumpft. Auch für 2016 erwartet die EU-Kommission ein Minus von 0,3 Prozent.

Die Finanzminister der Eurozone und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben sich vorige Woche auf weitreichende Hilfen für Griechenland geeinigt. Die Geldgeber und die Regierung in Athen verständigten sich grundsätzlich auf die Auszahlung weiterer Mittel in Höhe von 10,3 Mrd. Euro. Griechenland kann Insidern zufolge einige der Zusatz-Forderungen seiner Geldgeber allerdings nicht umsetzen. Dies habe Finanzminister Euklid Tsakalotos vergangene Woche in einem Brief an seine europäischen Partner und den IWF erklärt, erfuhr Reuters von drei mit den Verhandlungen vertrauten Personen. Vom Finanzministerium war vorerst keine Stellungnahme zu erhalten. Offen blieb zunächst auch, ob das Vorgehen die Auszahlung weiterer Kredittranchen an Griechenland verzögern könnte.

Einem der Insider zufolge drehen sich die Forderungen um Reformen bei der Rente. "Wir können keine wesentlichen Veränderungen machen", sagte ein Regierungsvertreter aus Athen. "Aber wir werden die technischen Verbesserungen angehen, die diskutiert wurden. Einige von ihnen sind richtig." Laut Zeitung "Ta Nea" ging der Brief an EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici, EZB-Direktor Benoit Coeure und IWF-Europa-Chef Poul Thomsen.

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte auf einer Konferenz in Berlin, er sehe Griechenlands Entwicklung trotz aller Schwierigkeiten mit mehr Hoffnung. Die dortige Arbeitslosigkeit nähere sich einem Wendepunkt. Schäuble fügte jedoch hinzu: "Kein Land in Europa hat einen so hohen Anteil an Steuern, die eigentlich bezahlt werden müssen, aber nicht erhoben werden."

Im ersten Quartal bremsten sinkende Exporte die Konjunktur in dem Euro-Land. Zudem sank der gesamte Konsum um 0,5 Prozent. Die Einigung mit den Geldgebern könnte ab dem dritten Quartal für Schwung sorgen, sagte Eurobank-Analyst Platon Monokroussos.

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