Griechenland - so geht es im Schuldendrama weiter

Griechenland - so geht es im Schuldendrama weiter

Der Dauerzustand: Schwarze Wolken über Griechenland, was Finanzen und Reformwilligkeit anbetrifft.

Die griechische Regierung spielt offenbar auf Zeit und nimmt es mit der Konkretisierung der Reformliste nicht allzu ernst - obwohl es Milliardenforderungen zu bedienen hat. Es droht weiterhin die Zahlungsunfähigkeit.

Athen/Brüssel Im Schuldenstreit mit den internationalen Geldgebern läuft der neuen griechischen Regierung die Zeit davon. Das Land muss Milliardenforderungen seiner Gläubiger bedienen. Ob und wann Athen die Zahlungsunfähigkeit droht, ist unklar. Auch in Brüssel werden dazu keine konkreten Angaben gemacht. Im Folgenden ein Überblick über die anstehenden Termine.

24. April Das schon länger geplante Treffen der Euro-Finanzminister im lettischen Riga könnte die Entscheidung bringen. Dort wollen die Minister über eine mögliche Auszahlung der bisher blockierten 7,2 Mrd. Euro Hilfen an Athen entscheiden. Voraussetzung dafür ist eine umfassende Reformliste, die die Geldgeber mit Athen bis Ende April vereinbaren wollen. Zu den Reformen gehören etwa der Kampf gegen Steuerflucht und die Privatisierung von Häfen und Flughäfen.

April Insgesamt muss Athen im April 2,9 Mrd. Euro Schulden und Zinsen an den Internationalen Währungsfonds IWF, die Europäische Zentralbank (EZB) und an private Gläubiger zahlen. Diese Zahlungen sind nach Informationen aus Kreisen des Finanzministeriums gesichert. Am 9. April hatte Athen 450 Mio. Euro an den IWF überwiesen.

Mai Am 8. Mai muss Athen 1,4 Mrd. Euro für die Refinanzierung von Staatsanleihen aufwenden. Am 12. Mai müssen 768 Mio. Euro an den IWF gezahlt werden. Am 15. Mai muss das Land 1,4 Mrd. Euro Geldmarktpapiere (sogenannte T-Bills, also Anleihen mit sechs- beziehungsweise dreimonatiger Laufzeit) refinanzieren.

Juni Am 5. Juni steht erneut eine Überweisung an den IWF in Höhe von 305 Mio. Euro an, am 12. Juni weitere 343 Mio. Euro. Am gleichen Tag muss Athen 3,6 Mrd. Euro an T-Bills refinanzieren. Der IWF erwartet einen Tag später weitere 458 Mio. Euro sowie am 16. und 19. Juni jeweils 572 und 343 Mio. Euro. Am 19. Juni stehen wieder 1,6 Mrd. Euro T-Bills an.

30. Juni An diesem Tag läuft das verlängerte Hilfsprogramm endgültig aus. Die Eurogruppe und Griechenland hatten Ende Februar vereinbart, das mittlerweile zweite große Hilfsprogramm für Griechenland bis Ende Juni zu verlängern.

Juli 2015 Am 10. Juli geht es mit der Refinanzierung von 2 Mrd. Euro von T-Bills weiter. Am 14. Juli muss Athen 88 Mio. Euro an Privatleute zahlen, die nicht am Schuldenschnitt des privaten Sektors im Jahr 2012 teilgenommen hatten. Am 20. Juli muss das Land knapp 3,5 Mrd. Euro Zinsen an die EZB und andere Europäische Geldgeber überweisen.

August 2015 Auch im August geht es weiter mit T-Bills und Zinszahlungen an die EZB in Höhe von insgesamt 4,2 Mrd. Euro.

Herbst 2015 Im Oktober, November und Dezember muss Athen insgesamt rund 2 Mrd. Euro aufbringen.

Die neue Regierungsspitze: Vizekanzler Heinz-Christian Strache (li.) und Kanzler Sebastian Kurz.

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