Gabriele Heinisch-Hosek: "Frauen geben sich vielleicht schneller zufrieden"

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek über Frauenquoten und ihren Auftrag, die Einkommensschere zu schließen.

Format: Frauen und Männer haben doch die gleichen Rechte. Warum also immer noch revoltieren?
Gabriele Heinisch-Hosek: Frauen müssen immer noch ihre Rechte einfordern, weil wir zwar vom Gesetz her gleichgestellt sind, aber in der Realität nicht. Es geht um gleiches Gehalt für die gleiche Arbeit, um den Abbau von Rollenklischees, um Vereinbarkeit, wenn wir ja zum Kind sagen. Da gibt es noch viel zu tun.

Format: Warum aber klaffen die Einkommen selbst bei Vollzeitarbeitenden auseinander?
Heinisch-Hosek: Frauen geben sich vielleicht schneller zufrieden, der zweite und wichtigere Grund ist aber die Diskriminierung wegen des Geschlechts. Frauen wird oft weniger Gehalt angeboten als Männern.

Format: Was können Sie tun, um Firmen von gleichen Löhnen zu überzeugen?
Heinisch-Hosek: Der Auftrag der Frauenministerin ist klar: das gemeinsame Bekenntnis der Bundesregierung zur Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt voranzutreiben. Ich bin deshalb mit den Sozialpartnern in Kontakt, die zu Gleichstellungsfragen ein Papier entwickelt haben. Die Wirtschaft selber sagt ja, dass sie auf das Potenzial von Frauen nicht verzichten kann.

Format: War Papier nicht schon in der Vergangenheit geduldig?
Heinisch-Hosek: Deshalb werde ich mit den Bossen nochmals die Quote debattieren, um zu hören, warum sie sie ablehnen. Es geht ja ohnehin nur darum, dass Frauen bei gleicher Qualifikation auch die gleichen Chancen haben sollen.

Format: Ist die ÖVP überhaupt von Quoten überzeugen?
Heinisch-Hosek: Ich stehe natürlich zur Devise: gemeinsam statt einsam. Im Regierungsprogramm steht aber, dass wir mehr Frauen in Führungspositionen wollen. Wenn es über Anreize geht, ist das gut. Aber: Dort, wo es Quoten gibt, hat sich etwas verändert, deshalb habe ich mit den Quoten in Aufsichtsräten einen Denkanstoß gegeben.

Interview: Martina Madner

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