Ex-Politiker in der Privatwirtschaft: Eva Glawischnig & Co

Ex-Politiker in der Privatwirtschaft: Eva Glawischnig & Co

Eva Glawischnig und Novomatic-Konzernchef Harald Neumann - ein für viele überraschendes Team.

Ein hohes politisches Amt oder gar ein Ministerbüro können nur wenige Politiker als Sprungbrett für eine Karriere nutzen. Die frühere Grünen-Chefin Eva Glawischnig, die seit März CSR-Verantwortliche beim Glücksspielkonzern Novomatic ist, zeigt, dass Berührungsängste dabei mitunter keinen Platz haben.

Politiker zu sein schafft breite öffentliche Bekanntheit und öffnet dadurch viele Türen und Tore. Das kann im Fall eines Ausscheidens aus der Politik durchaus von Nutzen sein, denn das Pensionsalter haben in dem Fall viele noch lange nicht erreicht.

Der nun öffentlich gemachte, aufsehenerregende Wechsel der langjährigen, im Vorjahr aus der Politik ausgeschiedenen Grünen-Chefin Eva Glawischnig zum Glücksspielkonzern Novomatic zeigt, dass die Karrierewege früherer Politiker dabei durchaus kontroversiell sein können.

Nicht jeder Wechsel von der Politik in die Wirtschaft verläuft aber so vielversprechend. Sogar viele Ex-Minister bleiben, mangels Alternativen, der Politik oder parteinahen Institutionen treu. Manche kehren in ihre alten Jobs zurück. Nur wenige machen wirklich Karriere.

Da Spitzenpolitiker im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen, scheuen sich jedoch viele Unternehmen, ausgeschiedenen Regierungsmitgliedern eine neue Chance zu geben. Einige Zeit lang galt Frank Stronachs Autozulieferkonzern Magna als Auffanglager für Aussteiger, vonseiten der Sozialdemokratie gab es zu Konzernen wie Siemens oder VW eine gute Verbindung. Aber die viele Unternehmen haben Angst vor der Berichterstattung oder der parteipolitischen Punzierung, wenn sie Ex-Politiker einstellen, weshalb viele als Berater weitermachen.

Nachfolgend eine kleine Auswahl von Politikern, denen eine Zweitkarriere mehr oder weniger gut gelungen ist.

Eva Glawischnig

Eva Glawischnig war von 1999 bis 2017 Nationalratsabgeordnete für die Grünen. Von Oktober 2006 bis Oktober 2008 Dritte Nationalratspräsidentin und von 2008 bis Mai 2017 Bundessprecherin und Klubobfrau der Grünen.

Seit März 2018 ist sie beim Glücksspielkonzern Novomatic für den Bereich Corporate Responsibility und Sustainability zuständig.

Wilhelm Molterer

Wilhelm Molterer war vom Jänner 2007 bis zum Dezember 2008 Vizekanzler und Finanzminister. Er blieb danach noch bis Ende Juni 2011 im Nationalrat, ehe er als Vizepräsident zur Europäischen Investitionsbank EIB nach Luxemburg ging. Molterer ist heute Geschäftsführender Direktor der EIB.

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