Drittes Lager: Zwischen BZÖ und FPÖ stehen viele Zeichen auf Versöhnung

Nach dem Tod Jörg Haiders stehen die Zeichen im dritten Lager auf eine Wiedervereinigung von BZÖ und FPÖ. Die Wiedervereinigung könnte noch vor Weihnachten stattfinden.

Es ist eine Frage der Pietät, jetzt nicht ins Tagespolitische abzugleiten, bevor der Hauptakteur unter der Erde ist“, sagt Andreas Mölzer, FPÖ. Hinter den Kulissen wird aber nach dem Tod des BZÖ-Gründers Jörg Haider heftig an einer Wiedervereinigung des dritten Lagers gebastelt. Man kann sich dabei auf das Vermächtnis des verstorbenen Landeshauptmanns berufen: Er selbst leitete die Versöhnung ein und schlug eine gemeinsame Koalition vor. „Kooperation heißt ja noch nicht gleich Zusammenschluss“, meint Mölzer. „Es geht um eine Versöhnung über dem Grabe und dann den Versuch, die gemeinsame politische Kraft zu koordinieren.“

BZÖ-Zukunft ungewiss
Auch wenn es im BZÖ so kurz nach dem Tod Haiders nicht ausgesprochen wird: Die Zukunft des Abspaltungs-Bündnisses ist außerhalb Kärntens mehr als ungewiss. Die Thronübergabe an Haiders Vertrauten Stefan Petzner rief in Wien – etwa bei Herbert Scheibner – gedämpften Unmut hervor. Historiker Lothar Höbelt meint: „Das BZÖ hätte nur gerettet werden können, wenn es testamentarisch nicht dem Lebensmenschen Petzner, sondern Karl-Heinz Grasser übergeben worden wäre.“

CDU/CSU-Lösung
In der FPÖ wird nun eine Lösung nach dem Vorbild von Deutschlands CDU/CSU überlegt – das BZÖ bleibt in Kärnten, den Rest übernimmt die FPÖ. Um das Wählerpoten­zial auszuschöpfen, müsste Heinz-Christian Strache allerdings etwas in die Mitte rücken – oder rechts-bürgerliche Persönlichkeiten aufstellen. „Mit dem Serben-Disco-Look kommt er außerhalb Wiens nicht sehr weit“, warnt Höbelt.

Vorweihnachtliche Vereinigung
Nach einer Trauerpause werden die Verhandlungen zur Vereinigung des dritten Lagers wohl noch vor Weihnachten starten. Erste Testfälle sind die Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg im Frühjahr. Wahrscheinlichste Variante: In Kärnten unterstützt die FPÖ das BZÖ, in Salzburg verzichtet das BZÖ auf eine Kandidatur oder tritt in einer gemeinsamen Liste mit der FPÖ an. Und bei den nächsten Nationalratswahlen tritt wohl ein wiedervereinigtes drittes Lager an.

Von Corinna Milvon

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