Donald Trump gesteht seine Niederlage ein

Nach der formellen Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden durch den Kongress hat US-Präsident Donald Trump drei Monate nach der Wahl seine Niederlage eingestanden. Aufgeben will er dennoch nicht. Beim Sturm auf das Kapitol ist die Zahl der Todesopfer auf fünf gestiegen.

Donald Trump gesteht seine Niederlage ein

Donald Trump reagiert nun auf großen Druck: Etliche Republikaner haben sich nach dem Kapitol-Sturm der Trump-Fans abgewendet.

US-Präsident Donald Trump hat 12 Tage vor der Ernennung seines Nachfolgers Joe Biden erstmals seine Niederlage eingestanden. Er versprach eine friedliche Übergabe an seinen Nachfolger, der am 20. Januar zum 46. US-Präsident ernannt wird. Joe Biden hatte er jedoch weder gratuliert noch namentlich genannt. Das Video wurde genau 24 Stunden nach dem Chaos am Kapitol ausgestrahlt.

Ein Tag nachdem Trump seine Fanatiker in einer Abschlussrede vor der entscheidenden formellen Bestätigung des neuen Präsidenten aufgestachelt hat, zum Kapitol zu marschieren, hat er nun versöhnliche Worte angestimmt. Kurz und knapp nahm er dann auch Stellung zu den Unruhen und dem Sturm seiner Fans ins Kapitol. Die kriminellen Täter müssen vor Gericht gestellt werden.

Trump verurteilte die gewaltsamen Ausschreitungen seiner Anhänger beim Sturm auf das Regierungsgebäude. Es sei ein "abscheulicher Angriff" gewesen. Die Demonstranten hätten mit ihrer Aktion "den Sitz der amerikanischen Demokratie beschmutzt". Trump hatte es aber verabsäumt, sofort nach den Ausschreitungen die gewaltsamen Ausschreitung explizit und spätestens nach der Niederschlagung zu verurteilen. Dies hatte ihn nun unter Druck gesetzt. Etliche Republikaner hatten das Verhalten der Trump-Fans sowie den Präsidenten selbst massiv kritisiert.

"Die neue Regierung wird am 20. Januar ernannt", sagte Trump in einem vorab aufgezeichneten Video, das im Weißen Haus aufgezeichnet und via Twitter verbreitet wurde. "Meine Aufgabe ist nun einen reibungslosen, geordneten und nahtlosen Machtwechsel einzuleiten."

Trump richtete einen Tag nach den Ausschreitungen an die Amerikaner die Aufforderung zur "Heilung und Versöhnung". Der Wahlverlierer sagte, das Land müsse nun vorwärts gehen. Von "gestohlenen Wahlen" sprach Trump erstmals nicht mehr.

Aber Trump bleibt sich dennoch treu. Nach der Entschuldigung an die Adresse seiner Fans, die nun wohl enttäuscht sein würden, hat er gleich eine weitere Botschaft platziert. Die "unglaubliche Reise" würde nämlich erst begonnen haben, richtige er seinen Fans aus.

Zwei Rückritte, ein Rauswurf

In den eigenen Reihen der Republikaner gerät Trump zunehmend unter Druck, was ihn offenbar gezwungen hatte, nun in einem Video seine Niederlage einzugestehen. Seine Verkehrsministerin Elaine Chao hat am Donnerstag hatte nach dem Chaos den Hut geworfen und ihren Rücktritt bekanntgegeben. Chao ist die Ehefrau des Mehrheitsführers der Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell. "Gestern hat unser Land ein traumatisches und völlig vermeidbares Ereignis durchlebt, als Unterstützer des Präsidenten das Kapitol nach einer Kundgebung stürmten, bei der er sprach. Wie es sicher bei vielen von Ihnen der Fall ist, hat mich das auf eine Weise tief beunruhigt, die ich nicht beiseite schieben kann."

Ein weiterer Rücktritt folgte In der Nacht auf Freitag: Amerikas Bildungsministerin Betsy DeVos legte ihr Mandat nieder.

Beim Sturm auf das Kapitol gibt es ein weitere Todesopfer. Ein Polizist ist seinen Verletzungen erlegen. Somit ist die Zahl der Todesopfer auf fünf gestiegen.

Der Chef der Kapitol-Polizei ist inzwischen zurückgetreten.Steven Sund übernimmt die Verantwortung, und tritt zum 16. Januar zurück. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hatte schon gestern Sunds Rücktritt gefordert. Sie hatte ihm vorgeworfen, das Kapitol nicht ausreichend gegen die randalierenden Anhänger des scheidenden US-Präsidenten Trump gesichert zu haben. Die Polizei-Gewerkschaft sprach vom "Versagen" der Polizei.

Nach den Ausschreitungen kam es daher erst mit zeitlichen Verzögerungen zu mehreren Verhaftungen. Viele der gewaltbereiten Trump-Fans marschierten ins Kapitol und schlugen die Fenster ein, über die sie ins innere des Parlamentsgebäude gelangten. Sie konnten später in aller Ruhe wider umdrehen und das Kapitol unbehelligt verlassen.

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