Die SPÖ verliert die absolute Mandats-Mehrheit, Häupl bleibt Bürgermeister

Die SPÖ hat bei der Wiener Gemeinderatswahl vom Sonntag ihre absolute Mandatsmehrheit verloren. Laut SORA-Hochrechnung für den ORF von 18.00 Uhr (Auszählungsgrad 42,7 Prozent) kommen die Sozialdemokraten auf 44,4 Prozent (ohne Wahlkarten) - ein Minus von 4,6 Prozentpunkten gegenüber 2005 (49,09). Damit haben die Sozialdemokraten die absolute Mandatsmehrheit verloren. Massive Zugewinne gibt es für die FPÖ, die laut Hochrechnung auf 26,9 Prozent kommt (2005: 14,83) - ein Plus von 12,1 Prozentpunkten.

Die ÖVP verlor 5,6 Prozentpunkte und kommt auf nur mehr 13,1 Prozent (2005: 18,77). Die Grünen landen bei 12,2 Prozent (2005: 14,63) und verloren 2,4 Prozentpunkte. Am Einzug in den Gemeinderat klar gescheitert ist das BZÖ, das laut Hochrechnung auf 1,4 Prozent kommt (2005: 1,15; +0,2). Die KPÖ erreicht 1,2 Prozent (2005: 1,47; -0,3).

Nach Mandaten bedeutet dies laut SORA 49 Sitze für die SPÖ (bisher 55) - und damit den Verlust der Absoluten. Die FPÖ hat künftig 28 Sitze im Gemeinderat inne (bisher 13), die ÖVP 12 (bisher 18) und die Grünen elf (bisher 14).

Die Wahlbeteiligung lag laut SORA bei rund 55 Prozent (ohne Wahlkarten), das wäre ein Minus von knapp sechs Prozentpunkten (2005: 60,81 Prozent). Die Wahlbeteiligung wird nach Vorliegen der Wahlkarten allerdings noch steigen. Die Schwankungsbreite der Hochrechnung liegt bei +/- 0,9 Prozent.

(apa/red)

Erstes Fazit:

SPÖ:

Absolute weg, Bürgermeister bleibt. Michael Häupl in der "Presse" auf die Frage, ob der zurücktrete, wenn die Absolute verloren geht: "Aber geh. Ich bin kein Chaot."

FPÖ:

Wahlsieger mit 26,98% (+12,15 Prozentpunkte). Die Freiheitlichen schaffen auch ohne Jörg Haider, dessen Todestag sich heute, am Tag der Wahl zum zweiten Male jährt, in Wien über 25%.

ÖVP:

13,25%, Alle Wahlziele verfehlt, die Schwarzen spielen in der Bundeshauptstadt weiterhin eine bescheidene Rolle.

Die Grünen:

12,21% der abgegebenen Stimmen. Praktisch alle Wahlziele verfehlt, aber: Mitregieren, sprich Rot-Grün ist möglich!

BZÖ:

Bundespolitisch tot. Nur Kärnten bleibt anders.

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Wien bleibt Rot

Die Brautschau kann beginnen, Michael Häupls politisches Junggesellendasein ist mit dem heutigen Wahltag Geschichte. Die Wiener SPÖ wird mit der ÖVP keine Liebes-, sondern eine Vernunftehe eingehen, der politische Preis wird ob der geschwächten Braut nicht allzu hoch ausfallen, denn fordert die ÖVP zuviel, könnte Michael Häupl den Querdenker in Michael Häupl reanimieren und die Rot-Grün Karte ausspielen.

Wien bleibt Wien - und Wien bleibt Rot.

-Marko Locatin

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