Deutscher Ex-Außenminister Guido Westerwelle mit 54 Jahren gestorben

Deutscher Ex-Außenminister Guido Westerwelle mit 54 Jahren gestorben

Der ehemalige deutsche Außenminister Guido Westerwelle ist tot. Der frühere FDP-Vorsitzende starb am Freitag im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung. Dies teilte die Westerwelle Foundation in Berlin mit.

Auf der Homepage der Westerwelle-Stiftung war am Freitag ein Foto Westerwelles zusammen mit seinem Ehemann Michael Mronz zu sehen. Daneben steht: "Wir haben gekämpft. Wir hatten das Ziel vor Augen. Wir sind dankbar für eine unglaublich tolle gemeinsame Zeit. Die Liebe bleibt."

Über seine Krebserkrankung hatte Westerwelle auch ein Buch ("Zwischen zwei Leben") geschrieben, das er im vergangenen Herbst vorgestellt hatte. Damals gab es Hoffnung, dass er die Krebs-Erkrankung bewältigen könnte.

Im Dezember musste er sich allerdings erneut ins Krankenhaus begeben, was offiziell mit einer "Medikamentenumstellung" begründet wurde. Seither war er kaum noch in der Öffentlichkeit aufgetaucht.

Bekennender Homosexueller

Zeit seines Lebens gehörte der Anwaltssohn aus Bonn zu den Leuten, über die die Meinungen auseinandergingen: Bewundert, bejubelt, verspottet, verhasst. Zu Beginn der 80er-Jahre fiel er zum ersten Mal auf: Als im Bonner Hofgarten Hunderttausende gegen die Nachrüstung demonstrierten, stand Westerwelle mittendrin und verteilte Flugblätter - dafür.

Nach dem Ende der sozialliberalen Koalition 1982 war Westerwelle bei der Gründung des neuen rechtsbürgerlichen FDP-Nachwuchs' dabei, der Jungen Liberalen. Im Jahr darauf wurde er deren Vorsitzender - der Beginn eines Lebens fast ausschließlich für die Politik. Eher nebenbei studierte er Jus, machte an der Fern-Uni Hagen seinen Doktor, wurde Anwalt.

Mit 39 wurde er FDP-Chef und machte sich daran, die Liberalen vom Mehrheitsbeschaffer zur "Partei des ganzen Volkes" zu verwandeln. Er ließ sich zum Kanzlerkandidaten ausrufen, reiste im Wohnmobil durch die Republik, stieg bei "Big Brother" in den Container und malte sich eine gelbe "18" als Wahlziel auf die Schuhsohle. Westerwelle lag damals im Zeitgeist, hielt im Bundestag die besten Reden. Doch zunächst blieb es bei der Oppositionsrolle.

Im Privaten bekannte sich der Parteivorsitzende zu seiner Homosexualität. Er präsentierte am 50. Geburtstag von Angela Merkel auch einen Partner, den Sportmanager Michael Mronz.

Nach dem Aufstieg kam der Fall

Im dritten Versuch, 2009, gelang doch noch die Wunsch-Koalition mit den Christdemokraten - mit einem Sensationsergebnis von 14,6 Prozent. Die Versprechen waren groß und die Erwartungen auch. Doch in der Stunde des Triumphs machte Westerwelle einen seiner größeren Fehler: Er übernahm nicht das Finanz-, sondern das Außenministerium. Viele nahmen ihm den Wandel zum Diplomaten nie ab.

Nach eineinhalb Jahren verlor auch die eigene Partei die Geduld. Westerwelle musste FDP-Vorsitz und Vizekanzlerposten abgeben. Gezwungenermaßen konzentrierte er sich aufs Auswärtige Amt, wo er sich zunehmend Respekt erarbeitete.

Nach der dramatischen Niederlage bei der Bundestagswahl 2013 - die FDP kam nicht mal mehr ins Parlament - bekam er von vielen früheren Außenministerkollegen auch Einladungen für die "Zeit danach".

Auf den Tag genau ein halbes Jahr nach seinem letzten Tag als Minister bekam Westerwelle die Diagnose Leukämie. Westerwelle hinterlässt Michael Mronz, mit dem er gut fünf Jahre auch verheiratet war.

Sebastian Kurz, der lachende Sieger der Nationalratswahl 2017.

Nationalratswahl 2017

Nach der Wahl: Das 13-Punkte-Programm für die Regierung

Nationalratswahl 2017

Nationalratswahl: Jetzt kommt Kurz - ÖVP vor SPÖ, FPÖ auf Platz drei

Selfie mit Kanzler: Christian Kern auf Wahlkampftour quer durch Österreich.

Nationalratswahl 2017

Wahlkampf 2017: Ochsentour im Nieselregen