Bundespräsidenten-Wahl: Hofer vor Van der Bellen

Die erste Runde der Bundespräsidenten-Wahl hat den freiheitlichen Kandidaten Norbert Hofer als Sieger hervorgebracht. Mit rund 36 Prozent der Stimmen hat er den ersten Wahlgang für sicht entschieden. Dahinter liegen Alexander van der Bellen (rund 21 Prozent) und Irmgard Griss (rund 18 Prozent)

Bundespräsidenten-Wahl: Hofer vor Van der Bellen

Deine Heimat braucht dich jetzt - mit diesem Slogan punktete Norbert Hofer. Jetzt kommt es auf die Stichwahl in vier Wochen an.

Die Bundespräsidentenwahl geht wie erwartet in die Stichwahl. Am 22. Mai entscheiden die Wähler, wer Heinz Fischer in die Hofburg folgen soll. Zur Wahl stehen werden Norbert Hofer, der Überraschungssieger des ersten Wahlgangs und voraussichtlich der von den Grünen nominierte Alexander van der Bellen.

Schon nach der ersten Hochrechnung um 17 Uhr war klar: Das Duell des Abends lautet Alexander Van der Bellen gegen Irmgard Griss. Der langjährige Bundessprecher der Grünen liegt den letzten Hochrechnungen (Schwankungsbreite +/- 1%) bei rund 20 Prozent, die frühere OGH-Präsidentin Gridd bei rund 18 Prozent.

Griss wird damit die erfolgreichste unabhängige Kandidatin aller Zeiten sein. Entsprechend sah sie sich schon bei ihrem ersten Auftritt vor Anhängern in einem Lokal am Wiener Karlsplatz als Siegerin. Wer von den beiden Kandidaten in die Stichwahl geht könnte noch durch die Briefwahlstimmen entschieden werden, die erst Montagabend vorliegen werden.

Ein absolutes Desaster ist die Hofburg-Wahl für SPÖ und ÖVP. Die Koalitionskandidaten Andreas Khol (ÖVP) und Rudolf Hundstorfer (SPÖ) sind weit abgeschlagen mit jeweils 11,2 Prozent. Damit bleiben die Kandidaten der Traditionsparteien gemeinsam unter einem Viertel der Wählerstimmen. Nur Baumeister Richard Lugner bewahrte sie mit nur 2,4 Prozent vor dem letzten Platz.

Reaktionen auf den Wahlausgang

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sieht in dem Ergebnis der 1. Runde der Präsidentenwahl "ein sensationelles Ergebnis für Norbert Hofer und ein historisches Ergebnis für die FPÖ". Ob nun Alexander van der Bellen oder Irmgard Griss Gegenkandidat in der Stichwahl sein wird, ist Kickl relativ egal: "Wir nehmen's wie's kommt", sagte der FPÖ-Generalsekretär

Alexander Van der Bellens Wahlkampfmanager Lothar Lockl hat sich am Sonntag zuversichtlich gezeigt, dass sein Kandidat im Endeffekt den zweiten Platz für sich sichern können wird. Sollte es der frühere Grünen-Chef nicht schaffen, dann werde man Irmgard Griss in der Stichwahl unterstützen, sagte er.

Das Wahlkampfteam rund um die unabhängige Kandidatin Irmgard Griss will erst einmal das Ergebnis der Wahlkarten sowie der Briefwahl abwarten, bevor es ein endgültiges Resümee zieht. Manager Milo Tesselaar sieht "auf jeden Fall ein historisches Ergebnis, dass eine überparteiliche Kandidatin so abschneidet".

"Österreich hat die Nase gestrichen voll vom rot-schwarzen Machtkartell" - davon zeigte sich am Sonntag NEOS-Chef Matthias Strolz im Gespräch mit Journalisten überzeugt. Die Menschen hätten Veränderung gewählt.

Nun werde sich in der Stichwahl entscheiden, ob der Mut oder die Wut stärker sei. Für die Neos sei klar: Egal, ob Irmgard Griss oder Alexander van der Bellen in die Stichwahl kämen, für beide würde die Zukunft Österreichs in Europa liegen. "Insofern nehmen wir das jetzt wie es kommt", gab Strolz keine dezidierte Wahlempfehlung für die Stichwahl ab, wobei er jedoch betonte: "Irmgard Griss steht für Unabhängigkeit."

Niederlage für SPÖ und ÖVP

Die ÖVP wird für die Stichwahl um die Hofburg voraussichtlich keine offizielle Wahlempfehlung abgeben. "Wir bauen auf die Eigenverantwortung", sagte Generalsekretär Peter McDonald am Sonntag auf APA-Anfrage. Er könne sich nicht vorstellen, wieso man einem bürgerlichen Menschen eine Wahlempfehlung geben solle.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid hat in einer ersten Reaktion auf das Abschneiden von SPÖ-Präsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer von einer "sehr schmerzlichen Niederlage" gesprochen. Personelle Konsequenzen werde es keine geben, inhaltliche aber sehr wohl, sagte er in der SP-Parteizentrale in der Löwelstraße.

"Das ist eine Niederlage, für die wir auch Verantwortung als Gesamtpartei übernehmen", sagte Schmid. "Wir haben einstimmig Rudi Hundstorfer als erfahrenen, krisenfesten Kandidaten nominiert, der Wähler hat heute anders entschieden." Das schlechte Abschneiden begründete er damit, dass "die Menschen der Darstellung des politischen Establishments eine Abfuhr erteilt haben." Es handle sich allerdings nicht um eine "Watsche für die Regierung, weil die Regierungspolitik ist etwas anderes".

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