BP-Wahl: Richard Lugner will als Kasperl in die Hofburg

BP-Wahl: Richard Lugner will als Kasperl in die Hofburg

Wir sind hier nicht im Kasperltheater. Obwohl es so aussieht. Richard Lugner und seine Prinzessin Cathy wollen in die Hofburg. Und kennen dabei keinen Genierer.

Der Societylöwe Richard "Mörtel" Lugner und seine Gattin Cathy treten als "Kasperl und Prinzessin" zur Bundespräsidentenwahl 2016 an. Den Wahlkampf lässt sich das skurrile Polit-Pärchen rund eine halbe Million Euro kosten.

Baumeister Richard Lugner. der sich selbst auch gelegentlich "Mörtel" nennt und so gerufen wird, will es noch einmal wissen und Bundespräsident werden. So viel ist bereits bekannt. Auch dass er einen sparsamen Wahlkampf führen und das Land nicht mit Werbetafeln zupflastern will. "Ich will das Land nicht mit Plakaten verschandeln, das ist grauslich, dafür geben wir kein Geld aus", sagte Lugner am Donnerstag in der Pressekonferenz zu seiner Hofburg-Kandidatur.

Auf Sparsamkeit will Lugner auch als Bundespräsident setzen. Die Sommerresidenz des Staatsoberhauptes, das Schloss Mürzsteg, würde er verkaufen, wie er vor Journalisten in einem Kinosaal seiner Lugner City erklärte. Er würde sich auch mit dem halben Präsidentengehalts von aktuell 24.322 Euro brutto im Monat begnügen. "Die zweite Hälfte bekommt meine Frau." Diese, das Ex-Playmate Cathy, verspricht: "Und ich würde das spenden."

Dass er gewinnt, davon ist der Societylöwe und Opernball-Stammgast überzeugt. "Ich werde in die Stichwahl kommen und dann gewinnen." Dass ihm Meinungsforscher nur geringe Chancen einräumen, ist ihm egal. "Meinungsforscher liegen halt oft daneben", konterte der Baumeister. Er sei der "Kasperl", und "der Kasperl gewinnt am Ende immer", heißt es im von Lugner ausgegebenen Positionspapier zur Kandidatur (hier zum Download), das an Skurrilität kaum noch zu überbieten ist.

Absurde Referenzen

Dass der Kasperl besser in das Puppentheater in der Urania passt als in die Hofburg scheint Lugner egal zu sein. Stattdessen nennt der der "Selfmademan" ohne Hochschulabschluss, der somit nach eigener Hochrechnung "86 % der Österreicher" - alle Nichtakademiker - vertritt, als weitere Referenzen, die ihn angeblich als Staatsoberhaupt qualifizieren:

  • 2010 habe ich als Schauspieler bei den Karl-May-Festspielen in Gföhl die Rolle des Mr. Buttler gespielt
  • Ich habe im Burgtheater im Wiener Blut die Doppelrolle Kaiser Franz Josef Lugner gespielt
  • bin sein 7 Jahren regelmäßiger Gast bei der Satiresendung Wir sind Kaiser
  • habe seit 12 Jahren beim Privatsender ATV in der Reality-Soap Die Lugners und jetzt bei RTL II Lugner und Cathy Der Millionär und das Bunny eigene regelmäßige Soap Serien die die meisten Quoten bringen. Das stellen Cathy und ich natürlich jetzt sofort ein. Sollten wir wider Erwarten nicht "First Couple for Austria" werden habe ich Cathy versprochen werden wir weitermachen.

Seine Frau Cathy bezeichet er in dem Papier als "wunderschöne Prinzessin". Zitat: "Würdig schreiten, dem Volk zunicken und lächeln wie zB ihre Namensvetterin die andere Kate, die Herzogin von Cambrigde des kann jeder und da kommt es sehr auf das Aussehen an und die Erfahrung mit den Medien. Beides kann Cathy Lugner perfekt."

Ein Punkt in Lugners Programm, ist als Oberbefehlshaber des Bundesheeres für die Blasmusik da zu sein: "Als Oberbefehlshaber des Bundesheeres werde ich..." "...Die Musikkapellen in den Bundesländern wieder auf Vollstärke auffüllen um den österreichischen Traditionen vor allem der Blasmusikszene zu helfen."

Download: Lugners Positionspapier

Die Positionen von Richard Lugner zur Präsidentschaftswahl 2016 als Download.

Als erstes muss Lugner 6.000 beglaubigte Unterschriften sammeln, dafür will er sich vor das Bezirksamt stellen und Passanten ansprechen. "So haben wir er das letzte Mal auch gemacht", sagte Lugner. Er gab sich überzeugt, die Hürde zu schaffen. "Etliche Leute schreiben mir, dass sie zur Verfügung stehen." Während des Wahlkampfs will Lugner mit Ehefrau Cathy auf YouTube weitere Videos veröffentlichen. Das erste (siehe unten) wurde bereits ein unfreiwilliger YouTube-Hit.

Richard Lugners Bewerbungsvideo als Bundespräsident.

Ein Trump Made in Austria

Lugner verglich sich selbst mit dem US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. "Trump ist auch ein Baumeister, er hat seinen Trump Tower in der Fifth Avenue, meine Lugner City ist halt ein bisserl kleiner." Auftreten will Lugner allerdings anders: "Ich werde nicht in Wildwestmanier agieren, sondern bleibe ein seröser Baumeister."

Wohl in der Hoffnung auf viele Protest- und Nichtwähler positioniert sich Lugner als Kritiker der rot-schwarzen Regierung. Wen er zuletzt wählte, wollte er aber unter Verweis auf das Wahlgeheimnis nicht verraten.

Ähnlich wie die FPÖ wettert Lugner ebenfalls gegen die Ausgrenzung von im Parlament vertretenen Parteien und lehnt ein Fairness-Abkommen für den Wahlkampf ab. Er würde jede Regierung angeloben, die eine Mehrheit hat. Sollte sie das Koalitionsabkommen aber nicht umsetzen, würde er sie notfalls auch entlassen.

In der Flüchtlingsfrage sieht Lugner die EU-Länder an der Schengen-Außengrenze gefordert. "Alle diese Länder haben ein tolles Heer, das im Kriegsfall verhindern soll, dass Feinde in unser Schengenland eindringen. Aber es geschieht nix. Die Flüchtlinge kommen überall rein und wir schauen hilflos zu."

Auf die Journalistenfragen an Lugners Frau Cathy, ob sie als Deutsche mit österreichischer Politik vertraut sei und ob sie Bruno Kreisky kenne, erklärte diese, sie sitze nicht in der Schule, um ausgefragt zu werden, werde aber in das Thema hineinwachsen. Sie pochte darauf, die Kandidatur ihres Mannes ernst zu nehmen. "Wir sind hier nicht im Kasperltheater", meinte sie, während sich Lugner selbst sicher ist: "Der Kasperl gewinnt immer, das ist eine Tatsache."

Er ist wieder da: Richard "Mörtel" Lugner will wieder einmal als Kandidat Tuchfühlung zur hohen Politik. Dieses Mal will er nun wirklich mit seiner Frau Cathy "First Couple" werden.

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