BP-Wahl: Norbert Hofer ist Kandidat der FPÖ

BP-Wahl: Norbert Hofer ist Kandidat der FPÖ

Die FPÖ schickt nun doch nicht Ursula Stenzel ins Rennen um die Bundespräsidentschaftswahl. "Einstimmig" wurde von der FPÖ Norbert Hofer als Kandidat bestimmt.

Wien. Norbert Hofer (44) hat sich nun doch dazu überreden lassen, für die Freiheitlichen als Bundespräsident zu kandidieren. Parteichef Heinz-Christian Strache sprach am Donnerstag von einer "eindeutigen und einstimmigen Entscheidung", die in der Partei "offen und breit diskutiert" worden und "nach langer reiflicher Überlegung" gefallen sei - "und zwar gestern zu Mittag".

Strache schüttete bei der Pressekonferenz jede Menge Spott und Hohn über die Medien aus, die sich mit Spekulationen über die blaue Kandidatur im Vorfeld blamiert hätten. Seinen Auftritt versuchte er betont spannend zu gestalten: Gelüftet wurde das "Geheimnis" des FPÖ-Kandidaten nach rund 15 Minuten Monolog schließlich durch die Enthüllung eines Hofer-Plakats - und zwar ausgerechnet durch Ursula Stenzel, deren Antreten noch bis gestern als fix gegolten hatte.

"Ich fühle mich für die Aufgabe etwas zu jung", meinte Hofer. Ich bin erst 44 Jahre alt. Ich habe andere Persönlichkeiten im Kopf, die diese Amt ausfüllen könnten. Sagte Hofer im ORF in der "Zeit im Bild" kurz vor dem Jahreswechsel.

Der Schwenk nun doch zu kandidieren, dürfte auf insistieren der Parteiführung gekommen sein. Noch vorgestern war die Ex-Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt von Wien und Ex- ORF-Journalistin, Ursula Stenzel, als Kandidatin der FPÖ gehandelt worden, wie trend.at aus gut informierten Kreisen erfahren hatte.

Der nette Blaue von nebenan

Hofer gilt als der nette Blaue von nebenan: Nobert Hofer (44), der als FPÖ-Kandidat für das Bundespräsidentschafts-Amt kandidiert, hat sich beharrlich und mit besonnenem Lächeln an die Parteispitze gearbeitet. Nur logisch war es deshalb, dass er den Burschenschafter Martin Graf als freiheitlichen Nationalratspräsidenten ablöste. Dennoch gilt Hofer als einer der Chefideologen in seiner Partei.

Viel zu sagen bei den Freiheitlichen hat der Burgenländer Hofer schon seit längerem. Seit der Parteiübernahme durch Heinz-Christian Strache im Jahr 2005 ist der jetzt 44-Jährige einer seiner Stellvertreter. Auch für die inhaltliche Ausrichtung der Blauen ist Hofer federführend mitverantwortlich. Als Dritter Nationalratspräsident fiel Hofer lediglich durch bedachte Amtsführung auf.

Hofer wurde am 2. März 1971 in Vorau geboren, er wuchs in Pinkafeld auf. Der gelernte Flugzeugtechniker - vor seiner politischen Laufbahn war Hofer Luftfahrttechniker bei Lauda Air - startete seine Karriere in der FPÖ vor 21 Jahren, als er Stadtparteiobmann in Eisenstadt wurde. 1996 stieg er dann zum Landesparteisekretär auf, seit 1997 war er Gemeinderat in Eisenstadt und seit 2000 Klubsekretär.

Nach der Spaltung der FPÖ 2005 und der folgenden Übernahme der Parteiführung durch Strache holte dieser den Burgenländer als stellvertretenden Bundesparteiobmann in sein Team. Im Jahr darauf zog Hofer in den Nationalrat ein - schon damals als Behindertensprecher.

Seine Bereichsaufgabe ist dem Südburgenländer durch ein schicksalhaftes Ereignis quasi vorgegeben: Im Sommer 2003 zog sich der vierfache Vater bei einem Paragleiter-Unfall in der Steiermark schwerste Verletzungen zu. Hofer stürzte aus mehreren Metern Höhe ab und verletzte sich dabei an der Wirbelsäule schwer. Der Verunglückte wurde mit dem Notarzthubschrauber nach Graz geflogen und mehr als vier Stunden operiert.

Nach dem Unfall blieben zunächst Lähmungserscheinungen zurück, die er in einer mehrmonatige Rehabilitation überwinden konnte. Heute hat er zwar teilweise noch Schwierigkeiten beim Gehen, seine Behinderung sieht man ihm aber nicht mehr auf den ersten Blick an. Im Februar 2004 kehrte er wieder in die burgenländische Politik zurück. In sein letztes Amt als Dritter Nationalratspräsident sollte Hofer laut Strache jedenfalls auch seine soziale Kompetenz mit einbringen.

Mitgebracht hat er vor allem Ruhe, nachdem sein Vorgänger Graf doch regelmäßig für Aufregung gesorgt hatte - etwa mit seiner Rolle in der Meschar-Privatstiftung oder durch seine Mitarbeiter, die mit Bestellungen bei rechtsradikalen Versandhäusern aufgefallen waren. Hofer bot da schon weniger Angriffsflächen. Er gilt zurückhaltend in der Diktion, wenngleich er in der Sache selbst die Linie klar mitträgt - so stellte sich der Dritte Präsident etwa gegen die Ausbezahlung von Pflegegeld an "Menschen, die sich erst seit kurzem in unserem Land aufhalten".

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