Arbeitslose: Ein Drittel der Bezieher von Notstandshilfe sind 50+

Kritisches Alter: Jeder dritte Notstandshilfe-Bezieher ist laut AMS über 50 Jahre alt.

Kritisches Alter: Jeder dritte Notstandshilfe-Bezieher ist laut AMS über 50 Jahre alt.

Die Abschaffung der Notstandshilfe würde hauptsächlich österreichische Staatsbürger und zu einem großen Teil ältere Menschen treffen. Fast 80 Prozent der Bezieher sind Österreicher und mehr als ein Drittel 50 Jahre und älter. Das zeigen die Statistiken des Arbeitsmarktservic (AMS).

Die Verschiebung der Arbeitslosen aus dem Notstand in die Mindestsicherung würde hauptsächlich österreichische Staatsbürger, vor allem Männer über 50 treffen, warnt die Arbeiterkammer (AK) unter Berufung auf Statistiken des Arbeitsmarktservice AMS. Demnach sind mehr als ein Drittel der Notstandshilfe-Bezieher 50 plus. Wenn diese Menschen in die Mindestsicherung geschickt werden, bedeute das einen "direkter Weg in die Schuldenfalle und die Altersarmut".

Die Regierung plant bekanntlich die Abschaffung der Notstandshilfe, die derzeit nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes gewährt wird. Künftig soll man nach dem Arbeitslosengeld in die Mindestsicherung fallen, was dem heutigen Stand zufolge bedeuten würde, dass man sein gesamtes Vermögen bis auf einen Sockel von 4.000 Euro aufbrauchen müsste, um Anspruch auf weitere Zahlungen zu haben.

Notstansdhilfe-Bezieher 2016 - Männer, Frauen nach Altersgruppen und Staatsangehörigkeit.

Notstansdhilfe-Bezieher 2016 - Männer, Frauen nach Altersgruppen und Staatsangehörigkeit.

Die Statistiken des AMS zeigen, dass davon hauptsächlich österreichische Staatsbürger betroffen wären. 77 Prozent der Notstandshilfe-Bezieher, nämlich 128.000 von 167.000 (Zahlen aus dem Jahr 2016). Die größte Gruppe der Nichte-Österreich sind Türken mit 7.400 Beziehern, gefolgt von Serben mit 7.000 Beziehern und Deutschen mit 2.700 Beziehern.

57.000 Notstandshilfe-Bezieher sind über 50 Jahre alt und gehören somit zu der Gruppe der am Arbeitsmarkt bereits schwer Vermittelbaren. Davon sind wiederum rund zwei Drittel (38.000) Männer und ein Drittel (19.000) Frauen. 97.000 der insgesamt 167.000 Notstandshilfe-Bezieher sind zwischen 25 und 49 Jahre alt, nur 13.000 sind jünger als 24.

Die Regierungsspritze hatte entgegen den Ankündigen von Sozialministerin Beate Hartinger (FPÖ) am Mittwoch bestätigt, dass in manchen Fällen bei Arbeitslosen künftig auf das Vermögen zugegriffen wird, bevor Sozialhilfe fließt. Kanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Heinz-Christian Strache sprach von jenen, die erst kurz ins System einzahlen und sich "durchschummeln" wollen (siehe Artikel: Notstandshilfe: Regierung will Geld von "Schummlern").

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