Androschs Bildungsvolksbegehren im Endspurt

Anfang der Woche platzte dem Industriellen Hannes Androsch, Initiator des Bildungsvolksbegehrens, der Kragen: „Wir sind indifferente Lethargiebürger, träge und bequeme Resignationsbürger und obendrein Feig- und Neidbürger“, schimpfte sich der 73-jährige Exfinanzminister seinen Frust von der Seele. Am Reformstau in Österreich seien demnach nicht nur Sozialpartner, Länder und Regierung schuld.

Ein Teil seines Grants mag auch auf das nur schleppend anlaufende Bildungsvolksbegehren zurückzuführen sein. Bis zum 1. Juli liegen in den Gemeindeämtern noch die Unterstützungserklärungen für das „Volksbegehren Bildungsinitiative“ auf. Die für ein Volksbegehren notwendigen 8.032 Unterschriften wurden zwar bereits gesammelt, allerdings könne „von einer wirklich soliden Basis für September, wenn das Volksbegehren anläuft, noch nicht die Rede sein“, gibt sich Androsch selbstkritisch. Dabei würden jene Unterschriften zur Einleitung des Volksbegehrens bereits dem Endergebnis angerechnet. Androsch drängt daher auf einen möglichst hohen Startsockel an Unterstützungsunterschriften.

Die Initiative zum Volksbegehren auf www.nichtsitzenbleiben.at leidet auch darunter, dass sie nicht mit den Social Networks wie Facebook und Twitter verknüpft ist, wo die betroffenen Jugendlichen Gedankenaustausch betreiben. Es gibt auf Facebook keinen eigenen Eintrag zur Androsch-Initiative, auch auf Twitter sucht man das Bildungsvolksbegehren vergeblich. Das soll sich jetzt rasch ändern.

Kommentar
Christoph Kotanko, Korrespondent der Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) in Wien

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