Alois Mock, Vater des EU-Beitritts ist tot

Der ehemalige Außenminister und frühere ÖVP-Obmann Alois Mock ist im Alter von 82 Jahren verstorben.

Alois Mock nach der Rückkehr von seinem Verhandlungserfolg bei den EU- Beitrittsverhandlungen am 02.03.1994 am Wiener Flughafen Schwechat

Alois Mock nach der Rückkehr von seinem Verhandlungserfolg bei den EU- Beitrittsverhandlungen am 02.03.1994 am Wiener Flughafen Schwechat

Mit Alois Mock hat die ÖVP eine ihrer Ikonen verloren. Der ehemalige Parteiobmann und Außenminister verstarb am Donnerstag 82-jährig nach langer Krankheit. Als einer der Väter der österreichischen EU-Mitgliedschaft galt der Niederösterreicher als "Mr. Europa" der Partei, der EU-Beitritt Österreichs 1994 gilt auch als Mocks größter Erfolg. Der Partei stand er insgesamt zehn Jahre lang vor.

Aus der Politik verabschiedet hat sich Mock bereits 1999, als er aus dem Nationalrat ausschied. Dennoch ist der langjährige ÖVP-Politiker der Öffentlichkeit in Erinnerung geblieben wie wenige andere - etwa mit dem symbolträchtigen Bild vom Schnitt durch den Eisernen Vorhang gemeinsam mit Ungarns Außenminister Gyula Horn drei Monate vor der Grenzöffnung im Juni 1989. Oder mit dem berühmten "Busserl", das der damalige ÖVP-Außenminister beim Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen Anfang März 1994 der verdutzten SP-Europastaatssekretärin Brigitte Ederer auf die Wange drückte.

Der EU-Beitritt war für Mock auch ein später persönlicher Triumph: 1989 hatte der Außenminister das österreichische Beitrittsgesuch eingebracht, nach seiner Rückkehr von der letzten Verhandlungsrunde stilisierte ihn die ÖVP zum "Helden von Brüssel". Am 12. Juni 1994, zwei Tage nach Mocks 60. Geburtstag, votierten bei einer Volksabstimmung zwei Drittel der Österreicher für die EU-Mitgliedschaft - der zweifellos größte Erfolg in der 30-jährigen Politkarriere des Niederösterreichers, in der Sieg und Niederlage oft nur knapp nebeneinanderlagen.

Mock hinterlässt Ehefrau Edith, mit der er über 50 Jahre verheiratet war.

Nachrufe

Bundespräsident Alexander Van der Bellen würdigte Mock als Vater des EU-Beitritts und großen Europäer. Als Parteiobmann der ÖVP und Vizekanzler sei Mock ein auf Konsens ausgerichteter Politiker gewesen, der sich stets bemüht habe, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen.

ÖVP-Chef Sebastian Kurz zeigte sich in einer Aussendung tief erschüttert. Mit Mock verliere Österreich einen zutiefst verantwortungsbewussten Menschen, eine überzeugende Persönlichkeit, einen großen Österreicher und einen glühenden Europäer.

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) meinte, Mock habe die Geschichte der Republik wesentlich geprägt und mitgeschrieben. Sein unermüdlicher Einsatz, seine politische Hingabe und seine Liebe zu Österreich und Europa würden unvergesslich bleiben.

ÖAAB-Obmann August Wöginger würdigte Mocks staatsmännische Weitsicht. Sein Lebenswerk werde Österreich und besonders den ÖAAB immer begleiten, schrieb er im Gedenken an den ÖAAB-Ehrenringträger.

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache betonte, mit Mock verliere Österreich einen Politiker, der das Land entscheidend mitgeprägt hab. Mock sei stets zu seinen Überzeugungen und Idealen gestanden und habe über Handschlagqualität verfügt. Mock sei ein Politiker der alten Schule gewesen, der stets den Dialog gesucht und einen respektvollen Umgang mit den politischen Mitbewerbern gepflegt habe.

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