Alexander Schallenberg als Bundeskanzler angelobt

Mit der Angelobung von Alexander Schallenberg zum Bundeskanzler bekommt die Bundesregierung nach dem Rücktritt von Sebstian Kurz wieder einen neuen Regierungschef. Schallenberg ist der 18. Amtsträger der Zweiten Republik.

Angelobung von Alexander Schallenberg

Angelobung von Alexander Schallenberg

Alexander Schallenberg, bisher Außenminister im Kabinett Kurz II, ist neuer Bundeskanzler der Republik Österreich. Der 1969 in Bern (Schweiz) geborene Jurist ist damit der 18. Amtsträger in dieser Funktion und der 19. Bundeskanzler. Sebastian Kurz war bekanntlich zweimal Kanzler, einmal vom 18. Dezember 2017 bis zum 28. Mai 2019 als Chef der über den Ibiza-Skandal gestolperten ÖVP/FPÖ-Koalition und das zweite Mal vom 7. Jänner 2020 bis zu seinem Rücktritt am 9. Oktober 2021 als Chef der türkis-grünen Bundesregierung.

Schallenberg war bereits viele Jahre lang Pressesprecher mehrerer ÖVP-Außenminister, ehe er in der Übergangsregierung von Brigitte Bierlein (3. Juni 2019 - 7. Jänner 2020) selbst Außenminister wurde und das dann auch im Kabinett Kurz II blieb.

Der Diplomat mit aristokratischen Wurzeln ist der Sohn des ehemaligen Botschafters und Generalsekretärs im Außenministerium, Wolfgang Schallenberg und wuchs in Indien, Spanien und Frankreich auf. Nach Belgien führte ihn auch sein erster Auslandsposten - an die österreichische EU-Vertretung in Brüssel, wo er fünf Jahre lang die Rechtsabteilung leitete.

Per SMS zum Kanzler

Medienberichten zufolge soll Schallenberg am Samstag um 3 Uhr in der Früh ein SMS von Kurz erhalten haben, dass man "reden müsse". Nach ganz wenig Bedenkzeit, die er zugestanden bekam, soll sich Schallenberg nach Rücksprache mit seinem Vater und seinen vier Kindern entschlossen haben, zuzusagen. In einer ersten kurzen Reaktion sprach er von einer "enorm herausfordernden Aufgabe und Zeit für uns alle". Der Aufstieg sei für ihn eine "Überraschung".

Der begeisterte Europäer genoss in seiner Zeit als Außenminster hohes Ansehen, geriet allerdings auch in Kritik, als er er an der harten ÖVP-Gangart in der Flüchtlingspolitik festhielt und sich rund um das Dilemma im Flüchtlingslager Moria verbale Ausrutscher leistete, für die er sich später wieder entschuldigte.

Mit Schallenberg bekommt die Türkis-Grüne den "untadeligen" neuen Kopf, der von den Grünen gefordert worden war. Abzuwarten bleibt, wie Schallenberg seine Rolle als Kanzler anlegt und lebt. Die Opposition kritisierte bereits vor seiner Angelobung, dass der wahre Regierungschef weiterhin Sebastian Kurz bleiben werde, der weiterhin ÖVP-Parteichef bleibt und als neuer Klubobmann auch weiterhin in den Ministerräten zugegen sein wird.

Michael Linhart wird Außenminister

Neuer Außenminister wird der 1958 geborene Diplomat Michael Linhart, der zuletzt seit August 2018 österreichischer Botschafter in Paris und von 2013 bis 2018 Generalsekretär im Außenministerium war.

Der neue Außenminister studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Salzburg und Wien und promovierte im Jahr 1985. Er ist der Bruder des früheren Bregenzer Bürgermeisters Markus Linhart.

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