7 Thesen für Österreichs Zukunft

Österreich muss jetzt nötige Reformen in Bildung, Verwaltung und Sozialsystemen angehen. Die Bequemlichkeit kommt uns sonst teuer zu stehen.

7 Thesen für Österreichs Zukunft

Das Aufschieben von Reformen gefährdet Österreichs Wohlstand. Damit sich die heimische Erfolgsstory weiter fortschreibt, ist viel zu tun. In sieben Thesen erläutert Hannes Androsch, Ex-Politiker und Initiator des Bildungsvolksbegehrens, wie Österreich seinen Reichtum sichern kann.

1. Reformen brauchen weiterhin den Anstoß "von oben"

Neben der direkten Demokratie braucht es starke, visionäre Persönlichkeiten, die gegen den Strom schwimmen und keine Angst haben, ihr Amt zu verlieren.

2. Die Nachwirkungen des Zerfalls der Donaumonarchie sind immer noch präsent

Bis heute ist unsere Verwaltung von Doppelgleisigkeiten und Ineffizienz geprägt. Hinzu kommen realpolitisch überbewertete Regionalpolitiker. Eine Verschlankung der Strukturen ist notwendig.

3. Selbstbewusst die Nähe Deutschlands nutzen - aber auch die anderen Nachbarn pflegen

Noch immer ist Deutschland Österreichs wichtigster Handelspartner. Doch Österreich kann durch kluge und beständige Nachbarschaftspolitik eine Andockstelle für die aufstrebenden Staaten im Osten und Südosten Europas sein.

4. Populismus ist die falsche Antwort auf populistische Strömungen

Um sich dagegen zu wappnen, braucht es ein leistungsbereites, selbstbewusstes Bürgertum, das kontroverse Debatten nicht scheut und Probleme löst. Die politische Führung kann den Menschen durch mutige Entscheidungen Perspektive, Orientierung und Halt geben.

5. Das Bildungssystem muss auf das Leben in der digitalen Revolution vorbereiten

Innovationen verändern die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. Das Bildungssystem muss die Bürger auf diesen Wandel vorbereiten. Schon in frühkindlichen Jahren müssen deshalb Naturwissenschaft und Technik gefördert werden.

6. Das Wunder der Internationalisierung - und wie man es verlängern kann

Österreich exportiert bisher nur zaghaft in Schwellenländer. Für den Außenhandel schlummert hier ein riesiges Potenzial. Für nötige Innovationen braucht Österreich aber auch mehr Risikokapital.

7. Mehr Europabewusstsein, weniger Nationalstolz

Der europäische Binnenmarkt braucht eine gemeinsame Währung und Regulierungsarchitektur. Europa muss wieder Identität stiften. Das erfordert mehr Integration bei Verteilung, Energie und Bildung.

Martin Selmayr, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich.

Martin Selmayr: „Der Rubel ist auf der Intensivstation“

Martin Selmayr, Leiter der EU-Kommissions-Niederlassung in Österreich, im …

Martin Sajdik (li.) und Hannes Androsch

Neutralität ist kein Schutz - jetzt Sicherheit schaffen!

In Österreich hält sich der Mythos, dass die Neutralität vor allen …

Bundeskanzler Karl Nehammer und Vizekanzler Werner Kogler beim Sommerministerrat in Mauerbach.

Heißer Inflationsherbst [Politik Backstage]

28 Antiteuerungsmilliarden, aber null Applaus. Nach der Strompreisbremse …

Die Regierungsspitze demonstrierte nach dem Sommerministerrat in Mauerbach Einigkeit. Davor gab es jedoch ein Gezerre rund um die Energiekrise und die Preisbremse: Wer ist in der Pflicht, wem gebühren die Lorbeeren?

Parole: Gratisstrom für alle [Politik Backstage]

Das Go für eine “Strompreisbremse” drohte bis eine Stunde vor dem …