360.000 Erstwähler im Parteienvisier

Am 28. September betreten 360.000 Jungwähler erstmals die Wahlurne. Die Generation 16 plus ist als Impulsgeber stark umworben, für Grüne und FPÖ kann sie sogar über den dritten Platz entscheiden. Im Wettbewerb treten nun Jungpolitiker verstärkt in Aktion. Doch viele Erstwähler sind noch unschlüssig, wem sie ihre Stimme geben sollen.

Unschlüssige Jugend
Viele der rund 360.000 Erstwähler wissen noch nicht, wem sie ihr Kreuzchen schenken sollen. Laut einer Studie des Politikwissenschaftlers Peter Filzmaier aus dem Jahr 2007 konnten sich mehr als 20 Prozent der 14- bis 24-jährigen Österreicher noch für keine Partei entscheiden. Sieben Wochen vor der Wahl greifen deshalb nun auch die Jungpolitiker in den Wahlkampf ein.

Jungpolitiker greifen an
Die 27-jährige SPÖ-Politikerin Laura Rudas verkörpert politischen Pragmatismus, versehen mit einem Schuss jugendlichem Idealismus. So fordert Rudas etwa Ausbildungsgarantien für Lehrlinge, die Anhebung der Familienbeihilfe und – noch immer – die Abschaffung der Studiengebühren. Forderungen, die nicht neu sind, aber bei der jungen Klientel gut ankommen. Dieses PR-Schema haben nicht nur die Sozialdemokraten erkannt. Auch die politischen Mitbewerber setzen beim Stimmenfang nach jungen Wählern auf hübsche junge Menschen, die sie medientauglich in Szene setzen: Das Rudas-Pendant der Volkspartei heißt Silvia Fuhrmann, ist Chefin der Jungen ÖVP und sitzt bereits seit 2002 im Nationalrat. Die Politikerin stellt FORMAT einige Eckpunkte ihres Programms vor: „Der Führerschein ist mit 1.500 Euro zu teuer. Außerdem sollten die Maklergebühren für junge Menschen, die sich erstmals eine Wohnung leisten, fallen.“

Kleine, entscheidende Klientel
Auch wenn die Jungwähler im Vergleich zu den zwei Millionen Pensionisten einen kleinen Wähleranteil ausmachen, kann keine der Parteien auf sie als Zielgruppe verzichten. Zum einen, weil von der Generation der 16- bis 30-Jährigen mehr innovative gesellschaftliche und politische Impulse ausgehen als von der Generation der über 60-Jährigen. Zum anderen, weil den Jungwählern für Parteien wie die Grünen, aber auch die FPÖ eine entscheidende Bedeutung zukommt. Bei der Nationalratswahl 2006 hatten die Grünen ihren höchsten Wähleranteil in der Gruppe der Frauen bis 29 Jahre. Auch die FPÖ ist in der Gruppe der bis 30-Jährigen überdurchschnittlich stark. Beim Match zwischen den beiden Parteien um den dritten Platz könnten es gerade diese Stimmen sein, die den Unterschied ausmachen.

Martina Madner, Markus Pühringer

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