Zwischenbilanz des Gerichts: Ex-Führung von Sal. Oppenheim schuldig

Köln (APA/dpa) - Im Sal. Oppenheim-Prozess hält das Landgericht Köln die vier ehemaligen Bankchefs nach dem bisherigen Stand der Beweisaufnahme für schuldig. Die Strafe für Matthias Graf von Krockow würde sich demnach zwischen zwei und drei Jahren bewegen. Christopher von Oppenheim müsste mit einer Mindeststrafe von einem Jahr und zehn Monaten rechnen sowie einer Höchststrafe von zwei Jahren und zehn Monaten.

Bei Dieter Pfundt würde diese Spanne zwischen mindestens einem Jahr und acht Monaten oder zwei Jahren und acht Monaten liegen.

Diesen Verständigungsvorschlag machte die Vorsitzende Richterin Sabine Grobecker den drei Angeklagten am Donnerstag in einem sogenannten Rechtsgespräch. Voraussetzung für eine Umsetzung des Vorschlags wären Geständnisse der Angeklagten und eine Zustimmung der Staatsanwaltschaft. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe aus der Anklage bisher zurückgewiesen. Freiheitsstrafen können bis zu einer Höhe von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.

Der vierte ehemals persönlich haftende Gesellschafter des Bankhauses, Friedrich Carl Janssen, hatte im Voraus erklärt, er wolle keinen Verständigungsvorschlag unterbreitet bekommen. Grobecker ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass die Kammer ihn nach vorläufiger Würdigung der Beweise ebenfalls für schuldig hält. Allen Angeklagten wird teils Untreue in einem besonders schweren Fall, teils Beihilfe dazu vorgeworfen. Ihr ehemaliger Geschäftspartner Josef Esch hat nach jetzigem Stand lediglich einen Schuldspruch zu erwarten im Zusammenhang mit einem Verstoß gegen das Kreditwesengesetz.

Der spektakuläre Wirtschafts-Strafprozess dauert schon fast zwei Jahre. Sal. Oppenheim - einst größte europäische Privatbank - geriet als Großaktionär des insolventen Arcandor-Konzerns (Karstadt/Quelle) im Sommer 2009 mit in den Abwärtsstrudel. Die Deutsche Bank übernahm Sal. Oppenheim Anfang 2010 in stark verkleinerter Form.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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