Zulieferer Schaeffler profitierte von Euroschwäche und Autogeschäft

Herzogenaurach - Das wachsende Kerngeschäft und ein schwacher Euro verschafften Schaeffler 2015 ein Umsatzplus. Doch das kam beim Gewinn nicht an, der um fast zehn Prozent geschrumpft ist.

Das Geschäft mit der Autoindustrie läuft beim deutschen Wälzlagerhersteller Schaeffler weiter rund. Dank des wachsenden Kerngeschäfts und des schwachen Euro konnte der im deutschen SDax notierte Konzern im vergangenen Jahr auch die Schwäche im Industriegeschäft ausbügeln. Insgesamt wuchs der Konzernumsatz im Jahresvergleich um 9,1 Prozent auf 13,23 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Herzogenaurach mitteilte.

Der Euro war im Vergleich mit dem Vorjahr deutlich schwächer. Deshalb verstärkte schon die Umrechnung der im Ausland erzielten Erlöse in die Gemeinschaftswährung das Plus beim Konzernumsatz. Ohne diesen Rückenwind hätte das Plus 3,5 Prozent betragen. Heuer peilt Vorstandschef Klaus Rosenfeld ein Wachstum von 3 bis 5 Prozent an.

Unter dem Strich kam das Plus bei den Erlösen aber nicht an, weil Schaeffler im Dezember 238 Mio. Euro für mögliche Schadensersatzansprüche in einem Kartellverfahren zurücklegte. Außerdem wurden für den Konzernumbau im schwächelnden Industriegeschäft Rückstellungen von 36 Mio. Euro gebildet. Der Konzerngewinn schrumpfte um 9,6 Prozent auf 591 Mio. Euro.

Das Management schlägt eine Dividende von 35 Cent je Vorzugsaktie vor - außerdem soll es eine einmalige Sonderausschüttung von 15 Cent pro Papier geben. Die Verschuldung konnte Schaeffler binnen Jahresfrist von 5,8 auf 4,9 Mrd. Euro senken.

Ohne die Sondereffekte wäre der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) etwas schwächer als der Umsatz um 7,4 Prozent auf 1,68 Mrd. Euro gestiegen, rechnete der Konzern vor. Im laufenden Jahr nimmt sich Schaeffler bei der bereinigten operativen Marge erneut einen Zielwert von 12 bis 13 Prozent vor (Vj.: 12,7 Prozent). "Auch wenn das Umfeld weiter herausfordernd bleibt, sehen wir für unser Geschäft weiter gute Wachstumschancen", sagte Vorstandschef Rosenfeld laut Mitteilung.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma