Zulieferer Continental läuft sich für Übernahmen warm

Hamburg/Hannover - Der Vorstand verweist auf hohe Liquiditätsreserven: "Wollen bei digitalen Mobilitätskonzepten wachsen." Aktionäre sollen eine höhere Dividende erhalten.

Der Autozulieferer Continental bereitet weitere Zukäufe vor. "Wir wollen in diesem Jahr konsequent und fokussiert die Chancen erschließen, die sich uns durch neue, digitale Mobilitätskonzepte eröffnen", kündigte Vorstandschef Elmar Degenhart am Donnerstag bei der Präsentation der Bilanz 2015 an.

Conti wolle neue Geschäftsfelder erschließen. Welche Zukäufe er genau plant, ließ Degenhart offen. Er verwies aber auf das pralle Liquiditätspolster von 5,2 Mrd. Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Dax-Konzern aus Hannover die Übernahme des amerikanischen Kautschuk-und Kunststoffspezialisten Veyance für 1,4 Mrd. Euro abgeschlossen. Wenige Monate später verleibte sich das Unternehmen den Softwarespezialisten Elektrobit Automotive in Erlangen für 600 Mio. Euro ein. Den größten Teil der Zukäufe bezahlten Conti aus der Kasse. Die Netto-Finanzschulden kletterten um etwas mehr als 700 Mio. Euro auf 3,5 Mrd. Euro.

Den Gewinn steigerte der nach Bosch weltweit zweitgrößte Zulieferer dank hoher Nachfrage seiner Kundschaft aus der Automobilindustrie in Europa und den USA im vergangenen Jahr kräftig. Der Nettogewinn kletterte um 14,8 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro. Die Dividende wird um 50 Cent auf 3,75 Euro je Aktie erhöht.

Im laufenden Jahr will Continental den Umsatz organisch um fünf Prozent auf 41 Mrd. Euro steigern und die Rendite über 10,5 Prozent halten. Im abgelaufenen Jahr waren 11,8 Prozent vom Erlös als operativer Gewinn übrig geblieben. Das Management ist zu Jahresanfang regelmäßig beim Ausblick noch vorsichtig und konkretisiert diesen im weiteren Verlauf.

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