WWF pocht für Ökostrom-Ausbau auf Naturverträglichkeits-Checks

Wien (APA) - Auch der WWF Österreich ist für einen Ausbau Erneuerbarer Energien in Österreich, wie ihn im Sinne der Klima- und Energiestrategie die heimischen Stromerzeuger planen. Dafür verlangt die Umweltorganisation aber strenge Naturverträglichkeits-Checks, damit nicht wie bisher auch ineffiziente Vorhaben auf Kosten der Natur umgesetzt würden.

Die Energiewende müsse möglichst umfassend angelegt werden, indem der Ökostrom-Ausbau von einem Energiespar- und Effizienz-Programm begleitet werde. Die Klima- und Energieziele ließen sich nur mit einem geringeren Energieverbrauch erreichen, betont der WWF. Umweltschädliche Subventionen seien zu stoppen, das Steuer- und Abgabensystem müsse auf Klimaschutz und Energieeffizienz optimiert werden.

Die geplante Reform der Ökostromförderung biete "die einmalige Chance, die Ansprüche an Klimaschutz und Umweltschutz besser als bisher miteinander verbinden", erklärt der WWF Österreich zum Energiegesetz 2020, von dem Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) erste Eckpfeiler noch heuer fertig haben will. Im Laufe des Jahres 2019 könnte das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) vom Parlament beschlossen werden.

Österreich brauche mehr sauberen Strom, der mit möglichst wenig Naturverbrauch produziert werde. Nur eine naturverträgliche Energiewende stelle sicher, dass es nicht zu unwiederbringlichen Verlusten bei Biodiversität, Lebensräumen, Bodenflächen und Wasserressourcen komme. Naturverträglich zu 100 Prozent aus Erneuerbaren gedeckt werden könne der Bedarf nur, wenn der Verbrauch bis 2050 halbiert werde - neben der Ökostrom-Förderung. Nur so ließen sich große Verluste an Biodiversität verhindern und die Klimaschutzziele erreichen.

Wasserkraftprojekte sollten nur gefördert werden, wenn der ökologische Gewässerzustand dadurch nicht schlechter wird, keine Schutzgebiete tangiert werden und der Beitrag zum Klimaschutz maßgeblich ist (Leistung über 10 MW). Windkraft sollte nur in ausgewiesenen Eignungszonen gefördert werden, und auch die energetische Nutzung von forstlicher Biomasse sollte einer Naturschutz-Prüfung unterliegen müssen. Vergeben werden sollten Ökostrom-Projekte nur nach dem Bestbieterprinzip, das sowohl die klimapolitische Wirksamkeit als auch ökologische Kriterien berücksichtigt.

Förderungen nach dem "Gießkannenprinzip" sieht der WWF jedenfalls kritisch. Damit würden teils auch ökologisch höchst bedenkliche Anlagen unterstützt. So zeige eine Analyse von 58 geplanten und förderfähigen Wasserkraftwerken, dass zwei Drittel davon in ökologisch wertvollen Gewässerstrecken liegen. Ein Großteil der geförderten Projekte im Wasserkraftbereich weise eine sehr geringe Klimaschutzwirksamkeit auf: Investitionen in Kleinkraftwerke brächten im Schnitt nur 50 kWh pro Euro, Investitionen in mittlere Anlagen dagegen 120 kWh pro Euro.

84 Prozent der Treibhausgasemissionen in Österreich hätten einen direkten Energiebezug - und zwei Drittel des gesamten Energiebedarfs würden immer noch mit klimaschädlicher Kohle, Erdgas und Erdöl gedeckt. Daher müsse eine Dekarbonisierung des Energiesystems auf allen Ebenen forciert werden. Denn laut Statistik Austria habe sich von 2002 bis 2017 die Nutzung fossiler Energieträger in absoluten Zahlen praktisch nicht verändert.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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