WWF: Europa gehen die Fische aus

Wien/Rom (APA) - Europa gehen die Fische aus. Am Montag veröffentlichte die UN-Ernährungs-und Landwirtschaftsorganisation (FAO) ihren SOFIA Report bezüglich der Situation von Fischerei und Aquakultur. Laut WWF sind demnach rund 33 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt, knapp 60 Prozent bis an nachhaltige Grenzen befischt.

"Weltweit finden mehr als 800 Millionen Menschen in der Fischerei und Aquakultur eine Nahrungs-, Einkommens- und Lebensgrundlage. Wir müssen globale Politik, Nachfrage und Konsum in eine nachhaltige Richtung lenken, wenn uns nicht der Fisch ausgehen soll", warnte dazu Simone Niedermüller, WWF-Meeresbiologin.

Europa sei de facto mit dem Tag der Veröffentlichung des Reports für den Rest des Jahres auf Fisch- und Meeresfrüchte-Importe angewiesen, um die Binnen-Nachfrage zu decken. Die EU-Länder verbrauchen weit mehr als in heimischen Gewässern gefangen oder in Fischfarmen produziert werden kann. Mehr als die Hälfte wird importiert. Etwa 50 Prozent aller Einfuhren entfallen auf Entwicklungsländer.

Gemessen am Pro-Kopf-Verbrauch liegt Österreich mit jährlich 13,4 Kilogramm auf Platz 20 von 28 Staaten. Davon landen rund acht Kilogramm auf den Tellern der Konsumenten, der Rest im Tierfutter oder Abfall. Portugal (55,3 Kilogramm), Spanien (46,2 Kilogramm), Litauen (44,7 Kilogramm), Frankreich (34,4 Kilogramm) und Schweden (33,2 Kilogramm) haben die höchsten Verbrauchswerte in der EU. Zusammen machen diese fünf Länder etwa ein Drittel des europäischen Fischkonsums aus. Im Durchschnitt verbraucht jeder europäische Bürger 22,7 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte pro Jahr. Extrem hoch ist der Anteil nicht direkt für die Ernährung verwendeter Fische.

Länder, die ihren Eigenbedarf oder mehr produzieren, sind damit prinzipiell autark (z.B. Kroatien, Niederlande, Irland). Die große Mehrheit ist auf Fischimporte zur Deckung der Nachfrage angewiesen. Österreich würde laut Berechnungen mit der größten Importabhängigkeit bereits mit 17. Jänner seine eigene Produktion mengenmäßig verbraucht haben, hieß es in der Aussendung.

Obwohl sich einige Fischbestände durch Maßnahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU stabilisiert haben, ist der Selbstversorgungsgrad immer noch zu niedrig und sind zu viele Bestände nach wie vor überfischt. Nach Angaben der EU-Kommission gelten 41 Prozent der untersuchten Fischbestände im Atlantik als überfischt. Im Mittelmeer sind es 88 Prozent. Überfischung betrifft insbesondere Menschen in Entwicklungsländern, da sie in weit höherem Maß von Meeres-Ressourcen abhängig sind. Fisch ist essenzielle Nahrungs-, Protein- und Einkommensquelle.

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