WTO senkt Wachstumsprognose für Welthandel

Genf - Die Welthandelsorganisation (WTO) hat ihre Wachstumsprognose für den globalen Handel gesenkt. In diesem Jahr soll der Welthandel demnach nur noch um 3,3 Prozent zulegen, wie die WTO am Dienstag in Genf mitteilte. In ihrer Prognose im vergangenen September war die Organisation noch von einem Wachstum von 4,0 Prozent für 2015 ausgegangen. Ein solcher Zuwachs wird nun erst für 2016 erwartet.

Die WTO begründete die getrübten Aussichten unter anderem mit Währungsschwankungen und einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Schwellenländern. Auch geopolitische Spannungen wirkten sich negativ aus, hieß es. In der EU deute sich zwar eine stärkere Konjunkturerholung an. Allerdings dürften die Wachstumsraten nicht ausreichen, um den Welthandel anzukurbeln.

"Der Welthandel hat sich in den vergangenen Jahren enttäuschend entwickelt", sagte WTO-Generaldirektor Roberto Azevedo. Grund dafür sei das anhaltend langsame Wirtschaftswachstum nach der Finanzkrise. Azevedo forderte den weiteren Abbau von Handelshemmnissen wie etwa Zöllen und verbesserte Marktzugänge, um den negativen Trend umzukehren.

Im vergangenen Jahr lag das Handelswachstum mit 2,8 Prozent ebenfalls deutlich unter der ursprünglichen Vorhersage. Wertmäßig stagnierte der Güterhandel 2014. In den vergangenen drei Jahren betrug es im Schnitt lediglich 2,4 Prozent. Zum Vergleich: In den Jahren 1990 bis zum Ausbruch der Finanzkrise 2007/08 wurden durchschnittlich noch 6,0 Prozent erreicht.

Für 2015 rechnet die WTO in Entwicklungs- und Schwellenländern mit einer Zunahme der Ausfuhren um 3,6 Prozent. Die Einfuhren sollen um 3,7 Prozent steigen. Für die Industrieländer sieht die WTO jeweils einen Anstieg von 3,2 Prozent. Das stärkste Wachstum wird in Asien erwartet mit einer Exportzunahme von 5 Prozent gefolgt von Nordamerika mit 4,5 Prozent. Europas Ausfuhren dürften um 3 Prozent wachsen, nach 1,9 Prozent 2014.

Am schwächsten wachsen werden nach WTO-Prognose die Exporte aus Südamerika mit 0,2 Prozent. Rückläufige Ausfuhren prophezeit die Organisation Afrika, dem Nahen Osten und der Gemeinschaft unabhängiger Staaten der ehemaligen Sowjetunion hinnehmen.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker