WTO-Chef Azevedo warnt vor Wirtschaftskrise durch Handelsstreit

Hamburg/Genf (APA/dpa) - WTO-Chef Roberto Azevedo hat vor erheblichen Einbußen für die globale Wirtschaft gewarnt, sollte die Handelskooperation zusammenbrechen. "Das weltweite Wirtschaftswachstum würde um 1,9 Prozentpunkte geringer ausfallen. Alle Regionen würden verlieren. In der EU lägen die Einbußen bei 1,7 Punkten", sagte der Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO) der Zeitung "Die Zeit" (Donnerstag).

Von einem "Handelskrieg" will Azevedo nicht sprechen. Nach den ausgeweiteten US-Strafzöllen gegen China sagte er aber: "Die Spannungen nehmen zu. Um im Bild zu bleiben: Man schießt aufeinander, und das ist schlecht." Die ersten Folgen seien bereits zu sehen: "In vielen Staaten verzichten Unternehmen auf Investitionen, und die Aufträge der Firmen aus dem Ausland gehen zurück."

Die USA werfen China unfaire Handelspraktiken vor. Seit Anfang der Woche gelten deshalb neue Sonderzölle, die inzwischen die Hälfte aller Einfuhren aus China in die USA betreffen, insgesamt Waren im Umfang von rund 250 Mrd. Dollar (212,28 Mrd. Euro). Die chinesische Regierung hat als Vergeltung weitere Extrazölle auf US-Importe im Wert von 60 Mrd. Dollar angekündigt.

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