WKStA ermittelt noch immer gegen Westenthaler und Ex-Novomatic-Chef

Wien/Gumpoldskirchen (APA) - Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt noch immer gegen den Ex-Politiker Peter Wesenthaler, Ex-Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt, den Ex-Rapid-Fußballer und Unternehmer Peter Barthold sowie Novomatic. Hintergrund ist eine Zivilklage Bartholds gegen Novomatic bzw. Wohlfahrt, die jedoch im bereits im September 2017 vom Oberlandesgericht (OLG) Wien abgeschmettert wurde.

Es geht um den Verdacht der Untreue, Vorteilsannahme bzw. Vorteilszuwendung zur Beeinflussung ("anfüttern") sowie falsche Beweisaussage, sagte eine WKStA-Sprecherin am Dienstag auf APA-Anfrage. Es handle sich um ein berichtspflichtiges Verfahren, die WKStA muss also an die Oberstaatsanwaltschaft berichten, diese wiederum an das Justizministerium.

Barthold war im Herbst 2017 mit seiner Zivilklage gegen Novomatic auch in zweiter Instanz abgeblitzt. Barthold hatte behauptet, der frühere Novomatic-Chef Wohlfahrt bzw. Novomatic hätten ihm auch nach dem Ende des kleinen Glücksspiels in Wien eine Fortführung seiner Geschäfte bis 2024 versprochen. Weiters hatte der ehemalige Fußballer vorgebracht, er habe von Novomatic Geld übernommen und ohne weitere Gegenleistung an das BZÖ bzw. BZÖ-Politiker weitergereicht. Die von Barthold Beschuldigten hatten alles dementiert, dem OLG waren Bartholds Aussagen zu vage und unglaubwürdig.

Barthold, der sich laut eigenen Angaben bei der WKStA selbst angezeigt hat, plant eine neue Klage, will aber den Ausgang der strafrechtlichen Ermittlungen abwarten, wie er zur APA sagte. Das OLG hatte eine ordentliche Revision gegen sein Urteil (15 R 99/17i) nicht zugelassen, eine außerordentliche Revision einzubringen, war Barthold zu aufwendig.

Wien/Linz (APA) - Der 50. Verhandlungstag im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere verlief heute äußerst zäh. Nachdem Richterin Marion Hohenecker die Befragung von Grasser abgeschlossen hatte, war die Anklagebehörde am Wort - im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Ex-Minister machte von seinem Recht auf Entschlagung Gebrauch und beantwortete so gut wie keine Frage.
 

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Grasser-Prozess - 50. Tag im Zeichen des Schweigens

Düsseldorf (APA/Reuters) - Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky baut seinen Anteil am Handelsriesen Metro aus. Er ließ am Donnerstag aber offen, ob er damit auf ein Übernahmeangebot für den Düsseldorfer Konzern zusteuert. Dies hänge auch daran, wie sich die Beziehungen zur Metro-Spitze gestalteten und ob er und sein Investment-Partner Patrik Tkac die "zukünftige Entwicklung zielgerichtet unterstützen können".
 

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Milliardär Kretinsky hält nach Metro-Aktienkauf Karten bedeckt

Dublin/Brüssel (APA/dpa) - Die Anteilseigner von Europas größtem Billigflieger Ryanair haben bei ihrer Hauptversammlung der Führungsspitze einen Denkzettel verpasst. Zwar wählten die Aktionäre den Verwaltungsratsvorsitzenden David Bonderman und Unternehmenschef Michael O'Leary wieder - Bonderman bekam jedoch nur 70,5 Prozent Zustimmung. O'Leary erzielte immerhin 98,5 Prozent.
 

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Anleger wählen Ryanair-Führungsspitze trotz Turbulenzen wieder