WKÖ sieht Chance für Wirtschaft in Klimapolitik

Brüssel (APA) - Nächste Woche will die EU-Kommission ihre Klimastrategie für 2050 präsentieren, die 2019 von Rat und Parlament beschlossen werden soll. Für den WKÖ-Energieexperten Stephan Schwarzer ist dies "ein wichtiger und richtiger Schritt", der durch "viele neue Technologien" Chancen für die Wirtschaft bieten werde. Die Strategie sollte aber nicht auf Zahlen fixiert sein, so Schwarzer am Mittwoch in Brüssel.

Stattdessen sollte es Förderungen für neue Technologien geben, fordert der Energieexperte. Kritisch sehe er die Entwicklung beim CO2-Preis, denn hohe CO2-Preise würden den AKW-Ausbau unterstützen. Ebenso seien Zielverschärfungen für 2030 für die Wirtschaft schwierig. "Die Klimastrategie muss zeigen, wie Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit mit dem Klimaschutz Hand in Hand gehen können."

"Der Beschluss des Europaparlaments das CO2-Reduktionsziel von 40 auf 55 Prozent hinaufzuschrauben war schon eher populistisch", kritisiert Schwarzer. Am schwierigsten sei das für die Energie- und Industriewirtschaft, "denen geht die Luft aus, wenn der CO2-Preis steigt". Keinesfalls sollte die EU-Strategie das Signal aussenden, dass der CO2-Preis sehr hoch sein müsse, da nur so die Ziele erreicht werden könnten, das wäre "staatspolitisch sehr gefährlich".

Klar sei auch, dass es gleiche CO2-Kosten für gleiche Produktionen, unabhängig vom Standort geben müsse. Hier müsse "Europa Führungsqualität zeigen", so wie bisher. Noch sei etwa die Dekarbonisierung der Industrie nicht gelöst. Eine Chance könnte hier die Speicherung von Energie aus Erneuerbaren in der Form von Wasserstoff bieten, so Schwarzer. Momentan sei es aber oft so, dass fossile Energie eingesetzt werden müsse, weil die Speicher fehlten. Auch mache E-Mobilität nur Sinn, wenn der Strommix passe.

Bei der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz am 3. Dezember (COP24) erwarte er indes keine Entscheidungen. Dazu seien die Interessen zu unterschiedlich. So wolle die EU etwa ein Regelbuch für das Pariser Klimaabkommen erstellen, die UNO und die Entwicklungsländer fordern mehr finanzielle Beiträge der Industriestaaten und Länder wie die USA, Brasilien, Australien aber auch das Gastgeberland Polen zeigten wenig Interesse beim Kohleausstieg voranzukommen. "Der Outcome wird eher mau sein", glaubt Schwarzer.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte