"Wirtschaftsweiser" Feld gegen schnelle Ausweitung der Eurozone

Berlin (APA/dpa) - Der Freiburger Ökonom und "Wirtschaftsweise" Lars Feld hat sich nach den Reformvorschlägen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gegen eine zügigen Ausweitung der Eurozone ausgesprochen und scharfe Kritik an dem luxemburgischen Ex-Premier geübt.

"Ich habe den Eindruck, dass Herr Juncker den Schuss nicht gehört hat. Wenn man vor dem Hintergrund der weiterhin nicht vollständig bewältigten Probleme im Euroraum, der Absetzungsbewegungen, die es in Osteuropa gibt, und dem Brexit-Votum einfach nur mit mehr Europa antwortet, und das im heikelsten Bereich der europäischen Einigung, dann hat man sicher ein Problem auf der Ebene der Kommission", sagte Feld am Donnerstag im Radioprogramm SWR Aktuell.

Die Euro-Krise habe gezeigt, wie wichtig es sei, dass in den Mitgliedsstaaten einer Währungsunion in etwa gleiche wirtschaftliche Verhältnisse herrschten. "Dass die Einführung des Euro in den Verträgen drinsteht, heißt ja nicht, dass man schnell reagieren muss. Wir sollten genügend Zeit verstreichen lassen, um sicherzustellen, dass diese realwirtschaftliche Konvergenz da ist", sagte er.

Wenige Tage vor der deutschen Bundestagswahl hatte Juncker am Vortag mit brisanten Vorschlägen die Debatte über die Zukunft der EU angeheizt. So will er eine möglichst rasche Einführung des Euro in allen EU-Staaten, also auch in ärmeren Ländern wie Rumänien und Bulgarien. Außerdem sollten alle EU-Länder der Schengenzone ohne Grenzkontrollen beitreten. Der Vorschlag traf auch in Österreich auf Kritik. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und sein Herausforderer, Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), verwiesen auf Griechenland als Negativbeispiel.

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

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Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

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Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

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Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab