Wirtschaftskammer kritisiert 40-Prozent-Energieeffizienzziel für 2030

Brüssel (APA) - Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat den gestrigen Beschluss des Industrieausschusses des Europaparlaments für ein verpflichtendes 40-Prozent-Energieeffizienzziel für 2030 scharf kritisiert. "Kaum sind Ziele vorgelegt, will man sie wieder erhöhen", sagte Stephan Schwarzer von der WKÖ am Mittwoch in Brüssel und ortet eine Art Bieterwettkampf. Dass es dabei bleibt, glaubt er allerdings nicht.

Schwarzer, der die WKÖ-Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik leitet, hofft angesichts des knappen Abstimmungsergebnisses von einer Stimme, dass das Europaparlament seine Entscheidung bei dem Votum im Plenum noch "korrigiert". Das Ziel von 40 Prozent sei nach Aussage Schwarzers auf jeden Fall "nicht erreichbar" und schon alleine der Gedanke an die dafür notwendigen Maßnahmen seien "doch eher gruselig". Außerdem habe man bereits "genug zu tun" mit der 40-prozentigen Absenkung der CO2-Werte.

Der Rat, also die EU-Staaten, hatte sich auf 27 Prozent für Erneuerbare und Energieeffizienz geeinigt. Für die Erneuerbaren will das EU-Parlament eine 35-prozentige Quote. Die endgültige Entscheidung dazu könnte in der österreichischen Ratspräsidentschaft, also im zweiten Halbjahr 2018, fallen.

Im Oktober 2018 tritt auch die Auftrennung der Strompreiszonen zwischen Österreich und Deutschland in Kraft. Das widerspreche dem "Geist des Binnenmarkts und der Energieunion", kritisierte Schwarzer. Er hätte sich diesbezüglich "klarere Worte" seitens der EU-Kommission gewünscht. Wenig optimistisch zeigte sich Schwarzer grundlegend was die EU-Energieunion betrifft. Die "Energieunion ist eine tolle Idee, aber es fehlen Basics", so der WKÖ-Vertreter.

Außerdem rät Schwarzer erneut den WKÖ-Mitgliedern, gegenüber den Lieferanten vorsorglich Widerspruch anzumelden und zu prüfen, ob eine einseitige Kostenüberwälzung rechtlich überhaupt möglich ist. Einige Betriebe hätten bereits gemeldet, über eine Kostenanhebung von etwa einem Prozent informiert worden zu sein.

Im direkten Vergleich zu Deutschland verliere Österreich ein "Kräftemessen" im Wettkampf als Standort für energieintensive Unternehmen, erklärte Schwarzer weiter. Dabei steche vor allem das Engpassmanagement heraus. Allein bis September 2017 betrugen die entsprechenden Kosten für das Engpassmanagement laut WKÖ mehr als 80 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2016 waren es 29 Millionen Euro. Auch die EU-Kommission beobachte nach Informationen Schwarzers bereits diese Entwicklung.

Leverkusen (APA/Reuters) - Der deutsche Pharmakonzern Bayer erwägt eine Auslagerung von Pharmaforschungsaktivitäten. Vorstandschef Werner Baumann habe Ende September auf einer Betriebsversammlung in Leverkusen über das schwächer werdende Wachstum des Pharmageschäfts gesprochen und Gedanken geäußert, dass Ausgaben für die Forschung nach außen verlagert werden könnten, erklärte der Bayer-Gesamtbetriebsrat in einem Infobrief.
 

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Betriebsrat: Bayer prüft Auslagerung von Pharmaforschungsaktivitäten

Hamburg (APA/dpa) - Der deutsche Konsumgüterkonzern Beiersdorf wird künftig von Stefan De Loecker geführt. Der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende soll mit 1. Jänner Stefan Heidenreich an der Spitze beerben, wie der DAX-Konzern am Montag in Hamburg mitteilte. Das entschied der Aufsichtsrat.
 

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Vize De Loecker rückt bei Beiersdorf an die Spitze

Brüssel/Burbank (Kalifornien) (APA/Reuters) - Der US-Medienkonzern Walt Disney will sich das grüne Licht der EU-Kommission zur Übernahme des Film- und Fernsehgeschäfts des Konkurrenten Twenty-First Century Fox mit Zugeständnissen sichern. Es gehe darum, den Wettbewerbshütern ihre Bedenken zu nehmen, teilte die EU-Kommission am Montag mit ohne Details zu nennen.
 

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Disney-Konzern ringt um Zustimmung der EU-Kommission zu Fox-Deal