Wirtschaftskammer erwartet heuer und 2018 Exportrekorde

Wien (APA) - Der Welthandel floriert und auch Europa erlebt derzeit einen Wirtschaftsaufschwung - davon profitiert Österreich. Die Wirtschaftskammer erwartet für heuer und 2018 neue Rekorde im Export. "Wir werden 2018 die Schallmauer von 150 Mrd. Euro an Warenexporten durchbrechen", sagte der scheidende WKO-Präsident Christoph Leitl am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

Die Wirtschaftskammer rechnet anhand der bis Oktober vorliegenden Zahlen im Gesamtjahr 2017 mit einem Exportplus von 7,9 Prozent, das wären exportierte Waren im Wert von über 140 Mrd. Euro. Für 2018 erwartet die Außenwirtschaft Austria ein Plus von weiteren 7,5 Prozent, womit die Warenexporte auf über 150 Mrd. Euro steigen würden.

"Derzeit kommt wieder ein Aufwind unter die europäischen Flügel", sagte Leitl. "Das österreichische Wirtschaftswunder", frohlockte der oberste Wirtschaftskämmerer, "verdanken wir zur Hälfte Europa". 2017 seien 80.000 Arbeitsplätze in Österreich geschaffen worden, jeder zweite davon hänge von der Exportwirtschaft ab. Beim Export pro Kopf sei Österreich in den weltweiten Top Ten.

Kräftig gestiegen ist auch die Zahl der Exporteure. Im Jahr 2000 seien 12.000 Unternehmen im Export tätig gewesen, diese Zahl habe sich verfünffacht, so Leitl. Heute seien es 60.000 Betriebe, die Umsätze im Ausland erzielen. Mit großem Abstand wichtigster Exportpartner ist Deutschland. 80 Prozent der Ausfuhren bleiben in Europa, neun Prozent gehen nach Asien, acht Prozent nach Nordamerika. Österreich exportiert vor allem Industrieanlagen und Chemieerzeugnisse, aber auch Nahrungsmittel und Getränke, Stichwort Red Bull.

Zu den Warenausfuhren kommt noch der Export von Dienstleistungen, in erster Linie sind das Tourismus sowie Transport. Österreichische Firmen haben 2016 rund 55 Mrd. Euro an Dienstleistungen exportiert, 2017 dürfte es hier ein Plus von über fünf Prozent geben.

Der neue Leiter der Außenwirtschaft, Michael Otter, sagte, der Aufschwung 2017 sei sehr breit gefächert und zum Teil zweistellig gewesen. Es habe nach Weltregionen betrachtet keinen Ausreißer gegeben, nur der Nahe Osten habe aufgrund der Golfregion ein Minus verzeichnet, in Israel und dem Iran sei die Entwicklung aber dennoch positiv gewesen. 2018 dürfte es in dieser Tonart weitergehen, schätzt Otter. Nur falls die Zinsen stärker ansteigen als erwartet, könnte das bremsen.

"Die Fahne des Freihandels, die die Amerikaner niedergelegt haben, müssen wir aufheben", appellierte Leitl an die Politik in Europa. Das Freihandelsabkommen CETA mit Kanada gehöre umgesetzt, mit Indien, Japan aber auch Großbritannien nach dem Brexit neue Abkommen verhandelt. Leitl sprach sich auch für ein "schrittweises Reduzieren der Sanktionen" gegen Russland aus. "Was macht ein Arzt, wenn eine Medikation drei Jahre lang nicht wirkt", so Leitl. Es brauche einen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok. Gemeinsam mit Russland wäre Europa im globalen Wettbewerb unschlagbar, das erkläre auch die Skepsis der USA.

Berlin/Leibnitz (APA) - Das südsteirische IT-Unternehmen "Boom Software" wird künftig rollendes Material der Deutschen Bahn (DB) bei Störfällen in die nächste geeignete Werkstatt lotsen. Eine entsprechende Kooperation über acht Jahre wurde am Freitag bei der Berliner Bahnzulieferer-Messe "InnoTrans" bekanntgegeben. Dies soll zu weniger Verschleiß und zu einer Kostenersparnis beitragen, hieß es in einer Aussendung.
 

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Steirische Software lenkt Loks der Deutschen Bahn in Werkstätten

Brüssel (APA) - Österreich ist Spitzenreiter beim Anteil der erneuerbaren Energiequellen im Strombereich. Laut Eurostat-Daten vom Freitag kam die Alpenrepublik 2016 auf 72,6 Prozent und lag damit vor Schweden (64,9 Prozent) sowie Portugal (54,1 Prozent). Der EU-Durchschnitt lag lediglich bei 29,6 Prozent. Schlusslicht in diesem Bereich war Malta mit nur 5,6 Prozent.
 

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Strom aus Erneuerbaren: Österreich mit höchstem Anteil in EU

Paris (APA/dpa) - Angesichts der Stahl-Krise mit weltweiten Überkapazitäten wollen führende Wirtschaftsmächte weiter an gemeinsamen Lösungen arbeiten. Dazu bekannten sich Vertreter der G-20-Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sowie weitere Staaten aus der Industrieländer-Organisation OECD bei einem Treffen in Paris.
 

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G-20-Forum: Reduzierung von Stahl-Kapazitäten notwendig