Wirtschaftserholung der Eurozone verliert an Kraft

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat sich zu Jahresbeginn abgeschwächt. Der gemeinsame Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister fiel im Jänner um 0,8 auf 53,5 Punkte und damit auf den schlechtesten Wert seit knapp einem Jahr. Das teilte das deutsche Markit-Institut am Freitag unter Berufung auf seine Umfrage unter rund 4.000 Unternehmen mit.

Ökonomen hatten mit 54,2 Zähler gerechnet. Ab 50 signalisiert das Barometer ein Wachstum. "Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten ist die Abkühlung der Eurozone zum Jahresauftakt zwar enttäuschend, aber keine Überraschung", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet trotz der Börsenturbulenzen und des schwächeren Wachstums großer Schwellenländer wie China weiter mit einer Erholung. "Es gibt sicherlich eine erhöhte Risiko-Anfälligkeit, doch noch ist es zu früh, um davon eine Änderung der Aussichten abzuleiten", sagte ihr Präsident Mario Draghi beim Weltwirtschaftsforum in Davos. "Grundsätzlich gehen wir von einer Erholung aus, die sich in einem moderaten Tempo fortsetzt."

Viele Bankenökonomen sehen das ähnlich. "Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die Wirtschaft im Euroraum in den kommenden Monaten netto vom gesunkenen Ölpreis profitieren wird", sagte Stefan Kipar von der BayernLB. "Deutlich steigende Wachstumsraten sind in der Währungsunion aber sowohl auf Basis der heutigen Daten als auch angesichts des turbulenten Jahresstarts an den Finanzmärkten und anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten nicht zu erwarten."

Die Umfrageergebnisse deuten Markit zufolge auf ein Wachstum im ersten Quartal von 0,3 oder 0,4 Prozent hin. "Überdies blicken die Unternehmen zuversichtlicher in die Zukunft als zuletzt, was vor allen Dingen an den höchsten Auftragsbeständen seit Frühjahr 2011 liegen dürfte", sagte Williamson. "Diese gut gefüllten Auftragsbücher sorgten dafür, dass der Jobmotor zum Jahresauftakt weiter rund lief." Die Preisnachlässe durch die 15-prozentige Verbilligung von Öl im Vergleich zum Dezember dürften die Wirtschaft ankurbeln, sagte der Volkswirt. "Zumal die niedrigeren Benzinkosten auch bei den privaten Haushalten Mehrausgaben für andere Waren und Dienstleistungen nach sich ziehen sollten."

Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel um 0,9 auf 53,2 Punkte, der für die Dienstleister um 0,6 auf 53,6 Zähler. Die beiden größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich sowie auch die anderen in der Umfrage erfassten Länder wie Italien und Spanien schafften ein Wachstum. "Die deutsche Wirtschaft zeigt sich zum Jahresauftakt weitgehend unbeeindruckt von den jüngsten Turbulenzen am Aktienmarkt und der zunehmenden Unsicherheit hinsichtlich der sogenannten Flüchtlingskrise", sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. Der Wert liege über dem Durchschnitt des Vorjahres "und signalisiert damit robustes, wenngleich unspektakuläres Wachstum".

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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