Wifo: Vermehrt Signale für schwächere Konjunktur in Österreich

Die Einschätzung der Unternehmen zur Konjunktur hat sich verschlechtert. Laut jüngstem Konjunkturtest ist auch Frühindikator deutlicher gesunken. Die Expansion der Weltwirtschaft verlor Schwung, dem Euroraum fehlt die Kraft.

Wien. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) ortet in Österreich vermehrt Anzeichen für eine Abschwächung der Konjunktur. Der jüngste Wifo-Konjunkturtest habe eine Verschlechterung der Unternehmenseinschätzungen gezeigt. Daher dürfte die Wirtschaftsleistung auch in den nächsten Monaten nur verhalten zunehmen, erklärte das Institut am Donnnerstag.

"Die Aussichten für die österreichische Wirtschaft bleiben gedämpft", betont das Wifo mit Hinweis auf den jüngsten Test von Februar, der "eine weitere Verschlechterung der Einschätzungen der Unternehmen" gezeigt habe. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate seien ungünstiger beurteilt worden als im Monat davor und als im langfristigen Durchschnitt. Beide Indizes lägen aber weiter im positiven Bereich. Auch der Wifo-Frühindikator sei deutlicher gesunken als zuvor und liege ähnlich niedrig wie im März 2015.

Zwar sei das Bruttoinlandsprodukt im 4. Quartal mit +0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gleich stark gestiegen wie in den beiden Vierteljahren davor - doch die Anzeichen für eine Abschwächung würden sich mehren. So habe die Expansion der Weltwirtschaft gegen Ende 2015 an Schwung verloren, die Konjunktur im Euroraum gewinne weiter nicht an Kraft, und viele Schwellenländer würden unter den niedrigen Rohstoffpreisen leiden.

Dies habe sich schon im 4. Quartal in der Verlangsamung des Wachstums der österreichischen Exporte gezeigt. Die Ausfuhren in die USA - mittlerweile der zweitwichtigste Austro-Handelspartner - seien 2015 zwar kräftig ausgeweitet worden, haben aber im Jahresverlauf deutlich an Schwung verloren. Relativ robust sei dagegen der Anstieg der Exporte nach Deutschland geblieben.

Trotz schwächerem internationalen Umfeld hielt die heimische Investitionsdynamik laut Wifo bis Jahresende an - mit einem etwa gleich starken Anstieg der Bruttoanlageinvestitionen im 4. Quartal wie in den beiden Vorquartalen. Dazu habe vor allem die Nachfrage nach Ausrüstungen und sonstigen Anlagen beigetragen; die Bauinvestitionen hätten hingegen stagniert.

Die Konsumausgaben der Privathaushalte im engeren Sinn entwickelten sich Ende 2015 weiter schwach - trotz niedriger Energiepreise und positiver Steuerreform-Effekte ab Jänner 2016 -, so das Institut in seinem monatlichen Konjunkturbericht. Die Konsumausgaben insgesamt nahmen im 4. Quartal etwas stärker zu als in den ersten neun Monaten 2015, "weil der Konsum der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck und des Staates durch die Ausgaben für die Grundversorgung der seit dem Sommer deutlich erhöhten Zahl von Flüchtlingen stieg".

Die Lage am heimischen Arbeitsmarkt bleibe infolge der trägen Konjunktur schwierig. Die Zahl der unselbstständig aktiv Beschäftigten sei zwar im Februar nach vorläufiger Schätzung gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen, aber auch die Zahl der offenen Stellen habe merklich zugenommen. Die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) registrierten Arbeitslosen habe sich freilich ebenso erhöht. Saisonbereinigt habe die Arbeitslosigkeit jedoch - wie schon in den Monaten davor - nicht mehr zugenommen, die Arbeitslosenquote verharrte auf 9,0 Prozent.

Donnerstag kommender Woche legen Wifo und IHS ihre neuen Konjunkturprognosen vor. Zuletzt, im Dezember, sind die Institute sowohl für 2016 als auch 2017 von einem realen Wirtschaftswachstum von je 1,7 (Wifo) bzw. 1,6 (IHS) Prozent ausgegangen.

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma