Wifo: TTIP beschleunigt möglicherweise Warenhandel mit den USA

Das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA, TTIP, wäre auch für die österreichische Sachgütererzeugung vorteilhaft. Der Warenhandel Österreichs mit den USA habe sich in den vergangenen 15 Jahren bereits "sehr günstig" entwickelt, "diese Entwicklung dürfte anhalten und durch TTIP möglicherweise sogar beschleunigt werden" heißt es in einer Dienstagnachmittag veröffentlichten Wifo-Studie.

Zusätzlich würde sich das Abkommen positiv auf den Strukturwandel in der österreichischen Sachgüterproduktion auswirken. Dieser zusätzliche Effekt wäre aber "nicht sehr stark", heißt es in der im Auftrag des Bundeskanzleramtes erstellten Studie.

Die Exporte in die USA würden steigen, die Importe von dort aber auch. In der Handelsbilanz würden sich nur geringfügige Veränderungen ergeben. Aber über alle Branchen hinweg wäre mit einem Wohlfahrtgewinn zu rechnen. Dabei würden sich auf Branchenebene markante Unterschiede ergeben. Die stärksten Exportschübe verzeichnen in der Wifo-Berechnung der Fahrzeugbau und die Herstellung von Büromaschinen und Computern. Die Exporte der Telekommunikationsausrüstungen sowie der Papierindustrie würden auf Basis der Schätzergebnisse in einem kleineren Ausmaß von dem Handelsabkommen profitieren.

Sehr geringe Exportimpulse würden sich durch die transatlantische Handelsliberalisierung für die pharmazeutische Industrie sowie die Herstellung mineralischer Produkte und die Bekleidungs-, Leder-, Holz-, Erdöl- und Druckindustrie ergeben. Mit einer negativen Exportentwicklung würden sich der sonstige Fahrzeugbau, die Erdölindustrie und in geringem Ausmaß die Holzwarenindustrie nach dem Abschluss von TTIP konfrontiert sehen.

Der Dienstleistungshandel sowie ausländische Direktinvestitionen waren nicht Gegenstand dieser Studie. Aber auch die in der Öffentlichkeit kritisch diskutierten Themen wie "Schiedsgerichte, Daseinsvorsorge, die Angleichung von EU-Standards in den Bereichen Soziales, Arbeit, Datenschutz und Umwelt, die Erhaltung der kulturellen Vielfalt oder der Schutz von Agrarprodukten waren nicht Gegenstand der Untersuchung, müssen aber in der Gesamtbewertung eines Freihandelsabkommens jedenfalls berücksichtigt werden", beeilt sich das Bundeskanzleramt im Begleitschreiben zur Studie festzuhalten.

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