Wifo: Konjunktur in Euroraum und international ohne Schwächezeichen

Wien (APA) - Wie in Österreich wächst die Wirtschaft derzeit auch international kräftig und dürfte ihren Schwung in den kommenden Monaten beibehalten, nimmt das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) an. Weltwirtschaft und Eurozone würden sich kräftig entwickeln, auch die USA - dort seien die Risiken für die Konjunktur aber gestiegen. Auch die Aktienkurse seien merklich volatiler, so das Wifo am Donnerstag.

Die US-Konjunkturindikatoren hätten sich zuletzt neuerlich verbessert und lägen auf äußerst hohem Niveau. Die gute Stimmung und die günstige Lage auf dem US-Arbeitsmarkt ließen auch weiter eine hohe Konsumdynamik erwarten. Die Arbeitskräftereserven seien noch nicht ausgeschöpft, zeige die niedrige Erwerbsquote und das Ausbleiben einer Beschleunigung der US-Inflation. Die private Sparquote sei am tiefsten Stand seit 2005, und trotz deutlichen Anstiegs der Konsumentenkredite sei die Privatverschuldung gemessen an den Einkommen viel geringer als 2008.

Auch im Euroraum sei die Konjunktur kräftig. So sei die Wirtschaft zuletzt etwa in Deutschland, Frankreich und Spanien, aber auch vielen kleineren Ländern, stark gewachsen. Auch die Einschätzungen der aktuellen Lage und der künftigen Entwicklung seien weiter positiv, trotz zuletzt geringer Eintrübung. "Die Konjunkturdynamik dürfte also in den kommenden Monaten anhalten", so das Wifo in einer Aussendung. Dazu trage auch die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt bei. Im Euroraum habe die Arbeitslosenquote im Jänner mit 8,6 Prozent den niedrigsten Wert seit acht Jahren erreicht.

In Österreich war das Wachstum zuletzt ebenfalls kräftig, gegenüber dem Vorquartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 4. Quartal saisonbereinigt um 0,9 Prozent, getragen von Exporten und Bruttoanlageinvestitionen. Auch die robuste Ausweitung des Privatkonsums habe die Konjunktur gestützt. "Diesen Schwung wird die österreichische Wirtschaft in den kommenden Monaten voraussichtlich beibehalten", meinen die Experten. Die Firmen würden ihre aktuelle Lage und die künftige Geschäftssituation laut Wifo-Konjunkturtest weiter äußerst positiv einschätzen. Neuerlich gebessert hätten sich die Erwartungen speziell in der Sachgütererzeugung, im Dienstleistungssektor dagegen etwas eingetrübt.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker