Wienerberger kürzt nach gebremster Dynamik das Jahres-Ergebnisziel

Wien (APA) - Der Wienerberger-Konzern, Weltmarktführer im Ziegel- und Rohrbereich, hat im dritten Quartal eine verhaltene Marktdynamik verspürt und deshalb sein Jahresziel für das Ergebnis gesenkt. Für 2017 rechnet Wienerberger nur noch mit rund 405 Mio. Euro bereinigtem Konzern-EBITDA, wurde am Mittwoch erklärt. Zum Halbjahr war man noch von 415 Mio. Euro ausgegangen. 2016 hatte man 404 Mio. Euro erzielt.

In den abgelaufenen drei Monaten sei der Geschäftsverlauf insgesamt verhalten gewesen, so der Konzern im Quartalsbericht. Bei der Dämmstoffverknappung in Belgien etwa sei die für Juli bis September erwartete Erholung noch nicht eingetroffen. Zudem sei das schlechte Wetter im September "nicht überall geschäftsunterstützend" gewesen. Tropenstürme im Osten und Süden der USA hätten sich unmittelbar auf das Baugeschehen einiger Kernmärkte ausgewirkt, so Wienerberger-CEO Heimo Scheuch.

In Märkten, in denen die Geschäftstätigkeit insgesamt nicht den Erwartungen entspreche, werde Wienerberger bis Jahresende proaktiv Maßnahmen zur Verbesserung der Performance setzen. Die daraus resultierenden Kosten würden sich auf das Ergebnis des vierten Quartals entsprechend auswirken, so der Baustoffkonzern im Ausblick.

Für die Zukunft sei Wienerberger zuversichtlich, betonte Scheuch: "Wir sehen, dass die Baubeginne und Infrastrukturausgaben in unseren Märkten nachhaltig steigen." Dies bedeute, dass die fundamentalen Entwicklungen in die richtige Richtung gehen würden. Sehr deutlich sei das schon in Osteuropa wahrzunehmen. Davon profitiere das Ziegel- und das Infrastrukturgeschäft von Wienerberger, beide Bereiche seien im dritten Quartal deutlich gewachsen.

Bis September steigerte der Wienerberger-Konzern seinen Umsatz um vier Prozent auf 2,361 Mrd. Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im gleichen Ausmaß auf 315,0 Mio. Euro. Der Nettogewinn wuchs um 38 Prozent auf 94,7 Mio. Euro. Die Mitarbeiterzahl lag im Schnitt mit 16.241 um zwei Prozent höher als ein Jahr davor (15.991).

Beim insgesamt vierprozentigen Umsatzplus von 2,280 auf 2,361 Mrd. Euro hätten Fremdwährungseffekte den Umsatz um 17,9 Mio. Euro verringert, wobei die größten negativen Effekte vom britischen Pfund, der türkischen Lira und der schwedischen Krone kamen - teils kompensiert durch Rubel, Zloty, Tschechen- und Norwegen-Krone. Der EBITDA-Anstieg um vier Prozent von 302,6 auf 315,0 Mio. Euro sei vor allem auf die positive Entwicklung des Ziegelgeschäfts in Europa und Nordamerika sowie der osteuropäischen Aktivitäten im Segment Pipes & Pavers Eastern Europe zurückzuführen. Das Kunststoffrohrgeschäft bei Pipes & Pavers Western Europe habe dagegen rückläufige Ergebnisse gezeigt. Das operative Betriebsergebnis (EBIT operativ) habe sich von 154,3 auf 174,2 Mio. Euro deutlich um 13 Prozent verbessert. Das Vorsteuer-Ergebnis betrug 143,3 (130,3) Mio. Euro.

Mit seiner Gesamtstrategie sehe sich Wienerberger auf gutem Kurs, so der CEO. Mit mehreren Wachstumsschritten in den letzten Wochen im Ziegel- wie im Rohrbereich habe man entscheidende Weichen für die positive Entwicklung der Gruppe gestellt. Mit selektiven Übernahmen wolle man sich in einzelnen Märkten und Geschäftsbereichen optimal aufstellen - als Teil des profitablen Wachstumskurses und der Strategie, sich dort weiterzuentwickeln, wo ein hohes Wertschöpfungspotenzial gesehen werde.

Das Eigenkapital lag zum 30.9. mit 1,875 Mrd. Euro ein Prozent über Ende 2016. Die Nettoverschuldung war mit 681,6 Mio. Euro zwar saisonal bedingt noch 50,0 Mio. Euro höher als Ende 2016, wurde aber gegenüber Juni 2017 um 108,1 Mio. Euro reduziert. Der Verschuldungsgrad stieg per 30.9. trotz Hybridbond-Refinanzierung nur leicht auf 36 Prozent, nach 34 Prozent Ende 2016.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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