Wiener Stadtwerke: Umwandlung von AG in GmbH besiegelt

Wien (APA) - Die Wiener Stadtwerke Holding wird von einer Aktiengesellschaft (AG) in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) umgewandelt. Ein erster Schritt ist dazu heute, Montag, erfolgt. Im zuständigen Gemeinderats-Ausschuss wurde ein entsprechender Beschluss gefällt. Anfang 2018 soll die neue Rechtsform in Kraft treten.

"Das bringt die Stadtwerke wieder näher an die Stadt heran", begründete die für den Konzern verantwortliche Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Montag im Gespräch mit der APA die Maßnahme. Die damalige Ausgliederung (erfolgt in den 1990er Jahren, Anm.) sei unter anderen Rahmenbedingungen geschehen. Inzwischen sei klar, dass man weder an die Börse gehen noch weitere Partner beteiligen wolle. Die Stadt sei der einzige Aktionär.

Darum mache die Unternehmensform der AG keine Sinn mehr, versicherte Sima. Eine GmbH könne als Tochter der Stadt einfacher agieren, etwa bei sogenannten In-House-Vergaben - also wenn städtische Unternehmen Aufträge an andere kommunale Firmen vergeben. Dies sei im Bereich der Daseinsvorsorge immer wieder der Fall. Eingebunden seien die Stadtwerke etwa in die Müllentsorgung, wo sie die Verbrennung der Abfälle erledigen würden.

Bedenken im Vorfeld der geplanten Ausgliederung seien ausgeräumt, beteuerte die Ressortchefin. So war etwa befürchtet worden, dass das Unternehmen nicht mehr kollektivertragsfähig sein könnte. Das sei aber weiterhin der Fall, stellte Sima klar. Auch der Aufsichtsrat werde belassen, obwohl dies nicht nötig sei. Und sie versprach: "Die Arbeitnehmervertreter haben dort weiterhin ihren Sitz."

Künftig kann auch der Durchgriff der Stadt auf den Vorstand unmittelbarer erfolgen. Der Kontakt muss nicht mehr über das Aufsichtsgremium stattfinden. "Wir können in Zukunft direkt mit der Geschäftsführung kommunizieren", sagte Sima. Dies sei sinnvoll, da der Eigentümer ohnehin die politische Verantwortung trage. Sima verwies darauf, dass der Bund mit der ÖIAG genauso vorgegangen sei, mit vergleichbaren Argumenten. Die Staatsholding mutierte ebenfalls von einer AG zu einer GmbH (unter dem neuen Namen ÖBIB, Anm.).

Die Gesellschaftswerdung der Stadtwerke wird noch vor Weihnachten in der Hauptversammlung fixiert. Auch der Gemeinderat wird zuvor noch um seine Zustimmung gebeten. "Wir haben lange diskutiert, ob ein Gemeinderatsbeschluss nötig ist", berichtete die Stadträtin. Letztendlich habe man sich entschieden, "proaktiv" vorzugehen und darüber abstimmen zu lassen. "Denn es gibt ja nichts zu verbergen", schwor Sima.

Die Wiener Stadtwerke erwirtschaften laut eigenen Angaben insgesamt jährlich Umsatzerlöse von knapp mehr als 3 Mrd. Euro. Rund 16.100 Mitarbeiter sind im Konzern beschäftigt. Zu den Stadtwerken gehören unter anderem die Wien Energie, die Wiener Netze, die Wiener Linien, die Bestattungs- und Friedhofsholding B&F Wien oder die WienIT.

Wien/Linz (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere hat der Zweitangeklagte Walter Meischberger heute den ganzen Tag lang die genauen Fragen der Richterin zu den Liechtenstein-Konten beantworten müssen. Dabei kam der frühere FPÖ-Spitzenpolitiker und Grasser-Trauzeuge einige Male ins Rätseln - obwohl er ja angibt, alle drei Konten seien in Wahrheit ihm zuzurechnen.
 

Newsticker

Grasser-Prozess - Meischberger rätselt über Liechtenstein-Konten

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe in Wien

Wirtschaft

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe in Wien

Dublin/Frankfurt (APA/dpa) - Die deutsche Bundesregierung soll nach Auffassung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mehr für den Luftverkehr und die dort beschäftigten Arbeitnehmer tun. Es gelte unter anderem, atypische Beschäftigungsmodelle auf europäischer Ebene zu unterbinden, erklärte VC-Präsident Ilja Schulz am Mittwoch beim Deutschen Verkehrspilotentag in Frankfurt.
 

Newsticker

Pilotengewerkschaft Cockpit kritisiert Leihpilotensystem bei Ryanair