Wiener Privatbank wirbt für Veranlagung in Aktien

Wien - Die Wiener Privatbank wirbt für mehr Investitionen in Aktien statt in Anleihen. Anteilsscheine bringen derzeit drei Mal so viel Ertrag wie Bonds, sagten Analyst Wolfgang Matejka und Vorstand Eduard Berger am Montag vor Journalisten. Am Anleihenmarkt sei schon länger eine Blase feststellbar, wobei die Frage sei, wie lange sie noch anhalte.

Es sei ein "Paradoxon", dass Firmenanleihen mit einem Prozent verzinst sind, während die Dividenden bei drei Prozent liegen, so Matejka, der eine "Alternativlosigkeit am Rentenmarkt" feststellt. Es gebe auch eine große Zurückhaltung, der EZB Anleihen zu verkaufen, weil "alles Neue teurer wird".

Zugleich sieht die Wiener Privatbank positive Effekte der aktuellen Wirtschaftslage. Spätestens zum Halbjahr sollte dank tiefer Energiepreise und hoher Lohnabschlüsse die Konjunktur anspringen, die Teuerungsrate auch wieder anziehen. Die Zinsen sieht Berger hingegen noch zumindest drei Jahre niedrig bleiben. In Summe spricht daher aus Sicht der Wiener Privatbank alles für ein Investment in Aktien, insbesondere Immobilien, Technologie und Gesundheit.

Bei deutschen Versicherern sind derzeit aufgrund regulatorischer Vorschriften nur drei Prozent des Vermögens in Aktien investiert. Früher einmal waren es 15 bis 20 Prozent. Versicherer hätten sich gezwungen gesehen, aus Aktien auszusteigen, weil sie diese mit 39 Prozent an Reserven unterlegen mussten. Bei 6 Billionen Euro an Vermögen würde jeder Prozentpunkt Verschiebung rund 60 Mrd. Euro bewegen, so Matejka.

Angesichts der aktuellen Renditen bei Anleihen glaubt Matejka, dass in Zukunft Versicherungen wieder für ihren ursprünglichen Zweck gebraucht werden und das Spardenken in den Hintergrund treten wird. Eine Lebensversicherung als Alternative zum Sparstrumpf werde dann kein Thema mehr sein.

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