Wiener IT-Firma Tricentis fusioniert mit US-Konkurrenten

Wien/Mountain View (APA) - Die Wiener Firma Tricentis, ein Unternehmen im Bereich automatisierter Softwaretests, das auch im Silicon Valley vertreten ist, fusioniert mit dem US-Konkurrenten QASymphony. Das teilten beiden Unternehmen am Mittwoch in einer gemeinsamen Aussendung mit. Das kombinierte Angebot bilde die modernste Plattform für Software-Testing, erklärten die Firmen.

Es handelt sich aus österreichischer Sicht um eine relative große Fusion. Der Firmenwert des fusionierten Unternehmens liege bereits über 500 Mio. Euro und gehe in Richtung der Milliarde, sagte Tricentis-Gründer Wolfgang Platz gegenüber der APA. Ausschlaggebend für die Attraktivität bei Investoren seien die hohen Wachstumskurven.

Tricentis war 2007 von Platz und seinem Geschäftspartner Franz Fuchsberger gestartet worden. Anfang 2017 erhielt die Firma umgerechnet 154 Mio. Euro vom Risikokapitalgeber Insight Venture Partners. Laut "FirmenCompass" hielten Platz und Fuchsberger zuletzt je 8 Prozent. CEO Sandeep Johri, seit 2013 an Bord, kommt auf knapp 8,4 Prozent. Die Mehrheit von 71,4 Prozent hält seit der Finanzspitze im Vorjahr Insight.

Wie die neue Gesellschafterstruktur nach der Fusion aussehen wird, sagte Platz nicht. Insight sei jedoch auch bei QASymphony an Bord und werde daher weiter eine "prominente Rolle" spielen, wie Platz es formulierte. Keiner der aktuellen Gesellschafter von Tricentis und QASymphony steige im Zuge des Deals aus.

Die neue fusionierte Firma wird unter dem Namen Tricentis auftreten, aber eine Gesellschaft nach US-Recht sein. Das Doppelsitz in Wien und dem Silicon Valley in Kalifornien werde beibehalten. Der Standort Wien mit rund 250 Mitarbeitern sei nicht gefährdet, betonte Platz. Die Zustimmung der Kartellbehörden wird für diese oder nächste Woche erwartet, der Abschluss der Fusion (Closing) soll in rund zwei Monaten folgen.

Tricentis unterstützt nach eigenen Angaben mehrere hundert Unternehmen mit seiner Software, darunter Firmen wie HBO, Whole Foods, Toyota, Allianz, BMW, Starbucks oder Deutsche Bank. Das Unternehmen hat Büros in Österreich, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Polen, Großbritannien, in den USA sowie in Australien und Indien.

QASymphony bringt mehr als 100 Mitarbeiter in die Fusion ein. Gemeinsam wird Tricentis dann 550 Mitarbeiter beschäftigen. Tricentis-Chef Sandeep Johri wird das fusionierte Unternehmen als CEO leiten, QASymphony-Chef Dave Keil fungiert künftig als COO.

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