Wiener Garagenkönig Breitenender holte sich 90 Mio. Euro über Anleihe

Die Erben des Wiener "Garagenkönigs" Johann Breiteneder haben den Kapitalmarkt angezapft, um Schulden zurückzuzahlen. Die Firma "Best in Parking" (BIP) hat bei privaten und institutionellen Investoren eine unbesicherte Anleihe über 90 Mio. Euro platziert. Der Kupon wurde mit 3,375 Prozent festgesetzt, die Stückelung betrug 1.000 Euro, die Laufzeit sieben Jahre.

Für die Anleiheemission hat die Best-in-Parking-Gruppe im Oktober 2015 eine Konzernfinanzierungsgesellschaft gegründet. Diese fungiert als Emittentin des Bonds, der von der Erste Group Bank AG und der Raiffeisen Bank International (RBI) als Joint Lead Manager begleitet wurde und im Geregelten Freiverkehr der Wiener Börse notiert. Garantiert wird die Anleihe von der Best in Parking Holding AG.

Mit dem Geld will der Garagenerrichter und -betreiber einen 47-Millionen-Kredit bei der RBI zurückzahlen, wie es im Anleiheprospekt heißt. "Möglicherweise" wolle man auch Verbindlichkeiten bei anderen Banken frühzeitig tilgen.

Der Rest soll in die Expansion fließen. In Wien sollen fünf Garagen gekauft und drei gebaut werden: eine am Neuen Markt, eine am Augarten und eine unter dem Palais Schwarzenberg, in dem ein schweizerisch-deutsches Konsortium ein Casino errichten will. Die Spielbankkonzession wurde schon erteilt, aufgrund rechtlicher Beschwerden ist das Vergabeverfahren aber gerichtsanhängig. Außerdem will die Best-in-Parking-Gruppe ihre Park&Ride-Anlage in Hütteldorf ausbauen.

Der 1976 von Johann Breiteneder sen. gegründete Garagenkonzern hat 200 Mitarbeiter. Hauptmärkte sind Österreich und Italien, in der Schweiz gibt es seit 2005 einen Standort. Ende 2015 hat die Gruppe an 130 Standorten 59.756 Stellplätze betrieben.

In Wien macht das zwischenzeitlich von Breiteneder jun. geführte Unternehmen 40,5 Prozent des Konzernumsatzes. In der Hauptstadt betreibt das Unternehmen u. a. Krankenhaus-Parkhäuser und P&R-Anlagen, heißt es in der Anleihe-Information der Erste. Am lukrativsten sind jene 12 Standorte, die auf eigenen Liegenschaften stehen. Laut Erste Group ist Breiteneder "deutlich" profitabler unterwegs als die europäische Konkurrenz.

Im Jahr 2015 hat die Gruppe 51,8 Mio. Euro umgesetzt, nach 48,6 Mio. Euro 2014. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging von 30,2 Mio. auf 27,2 Mio. Euro zurück. Im Jahr 2014 ist die BIP unterm Strich ins Minus gerutscht: Es gab einen Konzernverlust von 3 Mio. Euro. Im ersten Halbjahr 2015 ist nach ungeprüften Zahlen wieder ein Gewinn von 6,9 Mio. Euro geblieben.

Die Familie Breitenender zählt zu den reichsten Österreichern. Der "trend" taxierte ihr Vermögen 2015 auf 1,17 Mrd. Euro - damit rangierten die Garagenbetreiber auf Platz 27. Die Familie ist neben dem Garagengeschäft, das in der BIP gebündelt ist, auch noch im Immobilienentwicklungsgeschäft tätig. Dies führt Bettina Breiteneder, Schwester von Johann Breiteneder jun. Sie ist auch Aufsichtsratsstellvertretende der Erste Group Bank AG.

Für die Erste-Analysten ist die BIP-Gruppe ein "überdurchschnittlich profitabler Parkraumbewirtschafter in den kaufkräftigsten Regionen Österreichs, Italiens und der Schweiz".

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro