Wiener Budget - Opposition glaubt nicht an Konsolidierungspfad

Wien (APA) - Die Rathaus-Opposition erteilt dem Budgetvoranschlag für 2018 nicht ihren Sanktus. Im Gegenteil: Vertreter von FPÖ, ÖVP und NEOS haben am Montag im Gemeinderat heftige Kritik am Zahlenwerk geübt, das am morgigen Dienstag beschlossen werden soll. Dass nun der Weg Richtung Budgetkonsolidierung eingeschlagen wird, bezweifelten sie unisono.

"Ich bin der Meinung, dieser Budgetvoranschlag bringt wieder keine guten Nachrichten für die Wienerinnen und Wiener. Er ist sogar eine gefährliche Drohung", befand die erste Rednerin der Opposition, NEOS-Klubchefin Beate Meinl-Reisinger. Statt echten Reformen, Effizienzsteigerungen oder Kosteneinsparungen gebe es ein erneutes Schuldenbudget: "Was wir heute hier erleben, ist eine in Zahlen gegossene Politik der kompletten Verantwortungslosigkeit."

"Der Schuldenstand wird erstmals bei 7 Mrd. Euro liegen. Damit haben sie sich ein Denkmal gesetzt", ließ sie Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) wissen. Zweifel meldete Meinl-Reisinger an den Plänen an, dass es 2020 keine neuen Schulden mehr geben wird. "Ich sage ihnen heute, dass sie dieses Versprechen nicht halten werden", prophezeite die NEOS-Politikerin.

Wiens ÖVP-Chef Gernot Blümel ließ das Argument, dass die Wirtschaftskrise Budgetmaßnahmen nötig mache, nicht gelten. "Es gibt keine Krise mehr, die einzige Krise, die es gibt, ist eine Schuldenkrise, oder vielleicht die Krise ihrer Partei", erinnerte er in seiner Rede an die Obmann-Debatte in der Wiener SPÖ. Die Neuverschuldung sei hoch - und: "Das Tragische ist nicht, dass diese Zahl da ist, sondern dass sie nicht halten wird."

Brauner wolle dem Gemeinderat weismachen, dass eine Neuverschuldung "gottgegeben" sei. Doch in anderen Großstädten würden Budgets konsolidiert, erklärte der Wiener ÖVP-Obmann - laut dem die Schulden der Stadt sogar rund 10 Mrd. Euro betragen würden, wenn die ausgelagerten Gesellschaften berücksichtigt würden.

Der nicht amtsführende FPÖ-Vizebürgermeister Johann Gudenus warf Brauner vor, mit ihrem angekündigten Widerstand gegen Schwarz-Blau die Bürger einer Gebietskörperschaft gegen eine andere aufzuhetzen. Die neue Koalition wolle, wenn sie zustande komme, die Menschen und Wirtschaft entlasten, mehr Arbeitsplätze schaffen und schauen, dass nicht noch mehr Armut importiert werde: "Was ist daran schlecht?"

Die Bundesregierung habe "eigentlich nur Gutes im Sinn": "Wien als Bollwerk darzustellen gegen eine vernünftige Politik, das ist lächerlich." Wien brauche - etwa angesichts der "verantwortungslosen Budgetpolitik" - einen Veränderung. Die FPÖ forderte genauso wie die ÖVP Neuwahlen in Wien.

Der grüne Klubchef David Ellensohn verwies auf "eine ganze Menge" Studien, in denen Wien gut dastehe. Dazu habe die rot-grüne Stadtregierung beigetragen, zeige er sich überzeugt. "Wir schauen in Wien darauf, dass wir Armut bekämpfen, so gut es möglich ist", beteuerte er. Er verteidigte die Ausgaben der Stadt, etwa jene für Bildung und Kinderbetreuung. Dass der Kindergarten beitragsfrei bleibe, stehe nicht zur Debatte, versprach er - wobei er gleichzeitig erneut Kritik an Oberösterreich übte, wo kürzlich beschlossen wurde, dass die Nachmittagsbetreuung wieder kostenpflichtig wird.

SPÖ-Klubobmann Christian Oxonitsch verteidigte einmal mehr die Ausgaben für die Mindestsicherung. Das sei Armutsbekämpfung: "Für uns ist das nicht Belastung, sondern soziale Verantwortung in dieser Stadt." Gleichzeitig versuchte er, die Zweifel an den Budgetplänen für die kommenden Jahre zu zerstreuen: "Der Konsolidierungsplan, der aus heutiger Sicht ab 2020 keine weitere Verschuldung vorsieht, wird auf Punkt und Beistrich eingehalten."

Wien (APA) - Die tschechische Sazka-Gruppe hat vom Bankhaus Schellhammer & Schattera Anteile an der Casinos Austria AG (CASAG) übernommen und ihre Beteiligung damit auf 38,29 Prozent aufgestockt. Der seit längerem bekannte Schritt sei formal abgeschlossen, teilte Sazka am Freitagnachmittag mit.
 

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Sazka hält nun 38,29 Prozent an Casinos Austria

Wien (APA) - Der "Kurier" nennt Details zum Abschlussbericht der "Soko Meinl" zu den Ermittlungen im Anlageskandal rund um die Meinl European Land (MEL) des Bankers Julius Meinl. "Vorbehaltlich gutachterlicher Feststellungen beträgt dem Verdacht nach der Schaden am effektiven Vermögen der Aktionäre (...) 1,69 Milliarden Euro", heißt es im Abschlussbericht, so "kurier.at" Freitagabend.
 

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Causa Meinl European Land - Anlegerschaden von 1,69 Mrd. Euro

London (APA/awp/sda) - Die Billigfluglinie Easyjet zeigt sich im Streit mit der Gewerkschaft SSP/VPOD gelassen. Man habe die Anliegen der Gewerkschaft zur Kenntnis genommen, teilte die Airline am Freitag als Reaktion auf ein Communiqué von deren Seite mit.
 

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Easyjet in Streit mit Gewerkschaft gelassen