Wiener Börse (Nachmittag) - ATX dreht ins Plus

Wien - Die Wiener Börse hat am Dienstag am frühen Nachmittag leichte Kursgewinne eingefahren. Unterstützend wirkten Spekulationen um eine mögliche Einigung in letzter Minute im griechischen Schuldenstreit. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.430,38 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 3,18 Punkten bzw. 0,13 Prozent.

Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,27 Prozent, FTSE/London -0,30 Prozent und CAC-40/Paris +0,19 Prozent.

Nachdem der ATX am Vormittag noch klar in der Verlustzone notiert hatte, drehte er im Mittagshandel ins Plus. Im Schuldenstreit um Griechenland machten sich leichte Hoffnungen auf eine Einigung in letzter Minute breit. Die Gläubigerseite hat am Dienstagvormittag Medienberichten zufolge einen Versuch gestartet, den griechischen Ministerpräsidenten Tsipras doch noch umzustimmen. Falls er noch am Dienstag das Angebot der Geldgeber für ihr Reformpaket annehme und für ein "Ja" beim Referendum werbe, könnte der Weg für ein weiteres Euro-Finanzministertreffen geebnet werden, hieß es aus EU-Kreisen.

Griechische Medien berichteten daraufhin, dass Tsipras erwäge, den Vorschlag noch einmal in Betracht zu ziehen. Gedämpft wurden die Hoffnungen von Aussagen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sagte, dass derzeit keine Hinweise auf eine Verlängerung des Programmes vorlägen.

Das internationale Hilfsprogramm läuft planmäßig heute aus. Tsipras hatte am Vorabend bereits bestätigt, dass das Land seine heute fälligen Raten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht begleichen werde. Zuletzt hatte auch die Europäische Zentralbank (EZB) einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion nicht mehr ausgeschlossen.

Abseits des dominierenden Griechenland-Themas bleibt die Entwicklung der Verbraucherpreise im Euroraum im Juni weiter schwach. Auf Jahressicht stiegen die Preise im Juni um 0,2 Prozent. Das Inflationsziel der EZB liegt bei knapp unter zwei Prozent. Am Nachmittag folgen noch US-Stimmungsdaten.

Bei den Einzelwerten notierten die beiden Bankaktien im ATX nach deutlichen Abschlägen im Frühhandel nun im oberen Bereich des Kurszettels. Die Anteilsscheine der Raiffeisen Bank International (RBI) gewannen zuletzt 0,82 Prozent auf 12,98 Euro, nachdem sie in der Früh noch über ein Prozent verloren hatten. Die Papiere der Erste Group wiederum notierten um 0,80 Prozent höher bei 25,82 Euro. Am Vormittag sind sie noch über 1,6 Prozent im Minus gelegen.

Die weiteren Schwergewichte im ATX zeigten sich uneinheitlich. Kursgewinne gab es für die Anteilsscheine der Immofinanz (plus 1,22 Prozent auf 2,16 Euro) und die Titel der OMV (plus 0,47 Prozent auf 24,73 Euro). Verluste setzte es hingegen für die Papiere der voestalpine (minus 1,26 Prozent auf 37,75 Euro) und die Aktien der Andritz (minus 0,40 Prozent 50,33 Euro).

Leichte Abschläge von 0,14 Prozent auf 31,36 Euro verzeichneten daneben die Titel der AMAG. Der Aluminiumkonzern will bis zum Jahr 2022 seinen Umsatz verdoppeln. Die AMAG machte 2014 einen Umsatz von 823 Mio. Euro und will in Zukunft vor allem auf die wachsende Flugzeugbranche setzen.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach 14.00 Uhr bei 2.433,85 Punkten, das Tagestief lag gegen 10.40 Uhr bei 2.393,96 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Plus von 0,08 Prozent bei 1.228,99 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 17 Titel mit höheren Kursen, 20 mit tieferen und zwei unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 3.867.785 (Vortag: 4.580.624) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 106,979 (149,30) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 435.317 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 22,11 Mio. Euro entspricht.

Wien (APA) - Der SPÖ-Vorstoß in Richtung gedeckelte Mieten in Österreich stößt bei Immobilieneigentümern und Investoren auf breite Ablehnung. "Dieses Universalmietrecht wäre eine Bedrohung des privaten Wohnbaus", sagte der Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Wien, Michael Piesecky, am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz.
 

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Düsseldorf (APA/dpa) - Der deutsche Einzelhandel wird immer mehr zur Zweiklassengesellschaft. Bei den meisten größeren Handelsketten klingeln dank der guten Konsumstimmung in Deutschland derzeit die Kassen. An vielen kleinen Fachhändlern geht die Kauflust der deutschen Bürger dagegen spurlos vorbei. Sie leiden massiv unter der wachsenden Konkurrenz des Online-Handels.
 

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