Wiener Börse (Mittag) - ATX rutscht deutlich ins Minus

Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, zu Mittag bei moderatem Volumen mit schwacher Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.136,03 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 33,87 Punkten bzw. 1,56 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -1,40 Prozent, FTSE/London -1,34 Prozent und CAC-40/Paris -1,55 Prozent.

Die Aktienmärkte stünden weiterhin im Bann das Ölpreises, hieß von einem Marktbeobachter. Dieser fiel heute im Verlauf des Vormittags wieder unter die Marke von 30 Dollar je Barrel. Nach leichten Auftaktverlusten drehte auch der ATX mit dem Abrutschen des Preises deutlich tiefer in Minus ab. Als Grund sieht Marktexperte Andreas Paciorek von CMC Markets die klaren Abschläge an der Börse in Shanghai, die heute drei Prozent abgesackt war. Zudem ist das Ölangebot weiter hoch und am kommenden Montag könnte mit dem Ende der Sanktionen der Iran seine Ölexporte deutlich ausweiten.

Auf Unternehmensebene blieben kursbewegende Nachrichten Mangelware. OMV rutschten mit dem tieferen Ölpreis 3,82 Prozent auf 22,31 Euro ab. Im Streit um den möglichen Einstieg von Gazprom werden Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und OMV-Chef Rainer Seele den russischen Vize Premier Dmitrij Kosak am 2. Februar in Moskau treffen, weil dieser wegen der EU-Sanktionen nicht nach Österreich einreisen darf. Das berichten "Die Presse" und der "Kurier" am Freitag. Dabei dürfte wohl auch der Widerstand der Kanzlerpartei SPÖ gegen die Pläne des OMV-Chefs zur Sprache kommen, die OMV enger mit dem russischen Energiekonzern Gazprom zu verflechten.

Der Baukonzern Strabag (minus 0,65 Prozent auf 22,16 Euro) hat über seine Tochter Züblin in Chile einen 100 Mio. Euro schweren Auftrag an Land gezogen. Dabei handle es sich um einen Folgeauftrag von Codelco, dem weltweit größten Erzeuger von Kupfer, für die Erweiterung der El Teniente Mine in Rancagua, teilte die Strabag mit.

Unter den Schwergewichten büßten Erste Group 1,61 Prozent auf 25,60 Euro ein und Raiffeisen verloren 1,59 Prozent auf 12,06 Euro. Andritz fielen 1,40 Prozent auf 41,85 Euro und voestalpine sackten 2,00 Prozent auf 24,50 Euro ab.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz vor 9.06 Uhr bei 2.179,19 Punkten, das Tagestief lag gegen 11.50 Uhr bei 2.134,38 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 1,42 Prozent tiefer bei 1.101,86 Punkten. Im prime market zeigten sich vier Titel mit höheren Kursen, 33 mit tieferen und keiner unverändert. In vier Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 3.257.570 (Vortag: 4.303.407) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 74,092 (97,38) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 305.615 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 15,76 Mio. Euro entspricht.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne