Wiener Börse: Konjunkturängste belasten Börsen weiter

Die Wiener Börse ist am Montag mit massiven Verlusten in die Woche gestartet. Der ATX fiel um 103,54 Punkte oder 4,86 Prozent auf 2.026,40 Punkte und damit den tiefsten Stand seit Oktober 2014.

Auch an anderen Börsen in Europa ging es kräftig nach unten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -2,32 Prozent, DAX/Frankfurt -3,30 Prozent, FTSE/London -2,65 Prozent und CAC-40/Paris -3,16 Prozent.

Belastet wurden Europas Börsen vom anhaltenden Ölpreisverfall, dem zuletzt erstarkten Euro und Sorgen um die Weltkonjunktur. Ausgelöst wurden diese auch von einigen zuletzt schwach ausgefallenen Konjunkturdaten aus China. Neue Nachrichten gab es zu Wochenbeginn zwar nicht, die jüngsten Börsenverluste dürften aber zu einer verschlechterten Charttechnik, Anschlussverkäufen und einer gewissen Eigendynamik der Märkte geführt haben, hieß es.

Für den Erste Group-Analysten Hans Engel sind die sich laufend eintrübenden Gewinnerwartungen der wichtigste Hintergrund der Börsenverluste. "Die Konsensusschätzungen für die Unternehmensgewinne wurden in diesem Jahr immer weiter nach unten revidiert", erklärt der Experte für internationale Aktienmärkte. Nach vielen Jahren steigender Gewinne seit 2009 könnte dieser Zyklus nun zur Neige gehen, so der Analyst zur APA.

Besonders stark unter die Räder kamen zu Wochenbeginn europaweit die Bankwerte. Aus den aktuellen Konjunkturängsten erwachsen derzeit Sorgen über die Stabilität des Bankensektors, heißt es in einem Markkommentar von CMC-Markets. "Es werden böse Erinnerungen an die Finanzkrise wach", schreibt der CMC-Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl. Einige internationale Bankkonzerne hatten zuletzt Milliardenverluste für das abgelaufene Jahr gemeldet.

Auch in Wien kamen die Bankwerte kräftig unter Druck. Erste Group büßten 7,57 Prozent auf 23,49 Euro ein. Raiffeisen verloren 6,86 Prozent auf 10,39 Euro. Noch kräftiger nach unten ging es mit Wienerberger, die Aktie des Ziegelherstellers büßte 11,01 Prozent auf 12,78 Euro ein.

Viele andere ATX-Schwergewichte schlossen ebenfalls tief im Minus. Immofinanz verloren 6,44 Prozent, Andritz büßten 4,23 Prozent ein und voestalpine 2,57 Prozent. Die einzigen Gewinner im prime market waren Valneva mit einem Plus von 0,45 Prozent auf 3,15 Euro. Das Unternehmen prüft nach eigenen Angaben derzeit die Entwicklung eines Zika-Impfstoffs. Dessen Erreger ist mit dem Virus verwandt, der die in Asien verbreitete Japanische Enzephalitis verursacht. Hierfür hat Valneva einen Impfstoff bereits im Angebot.

Neue Impulse werden jetzt von den am Freitag anstehenden US-Wirtschaftsdaten erwartet. Analysten erhoffen sich von den Zahlen vor allem Hinweise auf die Nachhaltigkeit des US-Konsums. Für Bewegung könnte auch die Ergebnisberichtssaison sorgen. Am Dienstag werden die Jahresergebnisse der Telekom Austria erwartet, am Mittwoch stehen Quartalszahlen der voestalpine an.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro