Wiener Börse - Kleines Minus für ATX am Nachmittag

Wien - Die Wiener Börse hat sich heute, Dienstag, am Nachmittag bei mäßigem Volumen mit etwas leichterer Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.140,70 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 4,75 Punkten bzw. 0,22 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +1,21 Prozent, FTSE/London +0,43 Prozent und CAC-40/Paris +1,33 Prozent.

Während die übrigen europäischen Aktienmärkte vom Hoffen der Investoren auf eine geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Plus gehievt wurden, tendierte die Wiener Börse im Minus, grenzte ihre Verluste jedoch im Verlauf ein. Vor allem der freie Fall des Ölpreises hält dabei auch in dieser Woche die Anleger auf Trab. Im Verlauf verbilligte sich der Preis je Barrel Brent-Öl zeitweise um vier Prozent, am frühen Nachmittag tendierte er um 3,3 Prozent tiefer. In einem europäischen Branchenvergleich waren die Öl- und Gaswerte mit minus 0,32 Prozent der schwächste Sektor.

An der Wiener Börse geriet die Branche ebenso unter Druck: OMV verloren 1,19 Prozent auf 21,16 Euro nach Verlaufsverlusten von bis zu vier Prozent. Der Öl- und Gaskonzern will seine Produktion im krisengebeutelten Jemen aufstocken. Geplant sei, die Ölförderung von derzeit durchschnittlich 20.000 auf 30.000 Barrel (159 Liter) pro Tag hochzufahren, sagte der für die Region zuständige OMV-Manager Erwin Kröll.

Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO) legten nach Vormittagsverlusten hingegen 0,61 Prozent auf 59,36 Euro zu. Der Ölfeldausrüster hatte am Vortag mitgeteilt, 2014 aufgrund von Einmaleffekten einen leichten Ergebnisrückgang erlitten zu haben. Das Betriebsergebnis (Ebit) - nach vorläufigen Zahlen - lag vor Einmaleffekten bei 100 Mio. Euro, nach 97,7 Mio. Euro im Jahr 2013. Bereits davor hatten die Analysten von Goldman Sachs ihr Kursziel für die SBO-Titel von 72,0 auf 46,4 Euro gekappt.

Neben dem Ölpreisverfall bleibt auch die Konjunkturentwicklung Europas weiter ein Sorgenkind der Investoren. Während heute die Zahlen zur italienischen Industrieproduktion im November publiziert wurden, folgen morgen jene für die gesamte EU. In Italien legte der Industrieoutput zum Vormonat um 0,3 Prozent zu, während Experten lediglich ein Plus von 0,1 Prozent erwartet hatten. Im Jahresvergleich fiel die italienische Industrieproduktion um 1,8 Prozent, während ein Rückgang von 2,7 Prozent prognostiziert worden war.

Mit dem Ölpreis fiel heute wie auch zuletzt der Kurs des russischen Rubel, dem an der Wiener Börse einmal mehr die Aktien der Raiffeisen Bank International (RBI) mit minus 1,75 Prozent auf 10,65Euro in die Verlustzone folgen. Erste Group stiegen demgegenüber um 0,44 Prozent.

Größter Verlierer im prime market waren Valneva mit einem herben Minus von 5,11 Prozent auf 3,84 Euro. Die Biotechfirma plant eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von 45 Mio. Euro. Dabei soll es für jeweils 34 bestehende Stammaktien 11 neue Stammaktien zum Bezugspreis von 2,47 Euro pro Stück geben, wie Valneva mitteilte.

Schwächer tendierten Agrana, die 1,26 Prozent auf 72,00 Euro einbüßten. Der Agrarkonzern hat wie schon im ersten Halbjahr auch im 3. Geschäftsquartal 2014/15 Einbußen bei Umsatz und Gewinn erlitten. Die Erlöse sanken von 693,7 auf 629,2 Mio. Euro, und der Konzern-Periodengewinn schrumpfte auf 21,1 (33,4) Mio. Euro.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zur Eröffnung bei 2.145,41 Punkten, das Tagestief lag um etwa 10.20 Uhr bei 2.126,44 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 0,21 Prozent bei 1.081,70 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 15 Titel mit höheren Kursen, 20 mit tieferen und einer unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 3.126.877 (Vortag: 2.031.294) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 83,445 (59,31) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Raiffeisen mit 765.428 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 16,24 Mio. Euro entspricht.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro